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"Nicht jedes Problemchen zum Problem machen"

  • Reinhard Südhoff
    vonReinhard Südhoff
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Wie haben frühere Generationen Krisen ausgehalten und bewältigt? Diese Frage ging Werner Häckl aus Trohe angesichts der Corona-Krise an manchen Tagen durch den Kopf. Er denkt an seine Ahnen und ihre Erzählungen von Zeiten der Einschränkungen und der Angst, zum Beispiel während des Zweiten Weltkriegs.

Häckl erinnert sich an die Erzählungen seiner Urgroßmutter, der er gerne gelauscht hat. Sie berichtete von einer entbehrungsreichen Kindheit und Jugendzeit im späten 19. Jahrhundert. Und er erinnert sich an eindrucksvolle Schilderungen seiner Großeltern von den beiden Weltkriegen. "Was mussten diese Menschen alles aushalten, welchen Entbehrungen waren sie hilflos ausgesetzt. Angst war rund um die Uhr vorhanden, die Hoffnung nur gering."

Das Leben damals war auf Selbstversorgung ausgerichtet, es gab keine gut gefüllten Supermärkte und auch keine Zentralheizungen. Brennholz wurde nicht angeliefert, sondern wurde selbst geschnitten, wie das Foto dokumentiert. Es zeigt Häckls Großmutter samt Patenkind an der Säge. "Um zu überleben, waren diese Tätigkeiten unabdingbar."

Schaut er sich die Bilder seiner Vorfahren an, relativiert sich für Häckl vieles in Bezug auf die heutige Lebenssituation. Die Corona-Krise sei "ernst, aber aushaltbar" trotz der vielen Auflagen, meint der Troher. Er nennt das Hamstern von Toilettenpapier. Dieses Beispiel zeige doch, "wie wir überreagieren". Und er erinnert an Zeiten, in denen sich die Menschen im Winter bei Minusgraden waschen mussten oder unter der Brause gestanden haben. "Vor 100 Jahren gab es weder Toilettenpapier noch eine Dusche mit warmem Wasser."

Werner Häckls Rat: "Vielleicht sollten wir uns alle das einmal vor Augen halten und nicht jedes Problemchen zum Problem machen, Augenmaß und Solidarität behalten, dann werden wir gemeinsam auch diese ernste Lage durchstehen."süd/Foto: pm

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