Es gibt zwar mehr Handwerksbetriebe, aber die Zahl der Meisterbetriebe nimmt ab, unter anderem bei den Bäckern. FOTO: DPA
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Es gibt zwar mehr Handwerksbetriebe, aber die Zahl der Meisterbetriebe nimmt ab, unter anderem bei den Bäckern. FOTO: DPA

Mehr Handwerksbetriebe im Kreis

  • Reinhard Südhoff
    vonReinhard Südhoff
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Gießen(süd). Die Zahl der Handwerksbetriebe im Landkreis Gießen ist deutlich gestiegen. Die Handwerkskammer verzeichnete zum Jahreswechsel eine Zunahme um 98 Betriebe. Damit gibt es im Landkreis aktuell 3111 Handwerksbetriebe. Das bedeutet einen Anstieg um 3,3 Prozent. Der prozentuale Anstieg ist nur im Lahn-Dill-Kreis (3,8) höher. Im Einzugsbereich des Kammerbezirks gibt es 495 Betriebe mehr als 2018, das entspricht einem Anstieg um 1,9 Prozent.

Zum Stichtag 31. Dezember 2019 waren 26 355 Betriebe in der Handwerksrolle der Handwerkskammer Wiesbaden eingetragen. Ursächlich für diesen Anstieg sind die großen Zuwächse bei den zulassungsfreien Handwerken mit einem Plus von 349 Betrieben (4,7 Prozent). Bei den handwerksähnlichen Gewerken gab es einen Anstieg um 175 Betriebe (4,4 Prozent). Dagegen gab es bei den zulassungspflichtigen Handwerken einen leichten Rückgang von 29 Firmen (0,2 Prozent). Für die Ausübung zulassungspflichtiger Handwerke ist der Meisterbrief oder ein gleichwertige Abschluss Voraussetzung.

Dachdecker und Maurer legen zu

"Der deutliche Zuwachs bei den Betriebszahlen insgesamt ist natürlich erfreulich", erklärte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Bernd Mundschenk. "Dass es bei den zulassungspflichtigen Handwerken allerdings wieder einen leichten Rückgang gibt, ist eine Entwicklung, die nachdenklich stimmt." Es seien die meistergeführten Betriebe, die in erster Linie ausbilden und somit das duale Ausbildungssystem stützen, erklärte Mundschenk. Zuversichtlich stimme ihn, dass bei der anstehenden Meisterfeier im Wiesbadener Kurhaus mehr als 400 junge Handwerker ihren Meisterbrief erhalten, "von denen hoffentlich viele den Sprung in die Selbstständigkeit wagen".

Bei den zulassungspflichtigen Handwerken waren die Rückgänge am stärksten bei den Informationstechnikern (minus 17) und bei den Bäckern (minus 13). Demgegenüber gab es den stärksten Zuwachs bei den Bauberufen wie Dachdecker (plus 17) sowie Maurer und Betonbauer (plus 10). Bei den zulassungsfreien Gewerken verzeichneten auf den Kammerbezirk bezogen die Gebäudereiniger mit einem Plus von 81 Betrieben einen regelrechten Boom. Bei den handwerksähnlichen Gewerken nahm die Zahl der Kosmetiker stark zu (plus 152). Zahlen zur Zu- und Abnahme der einzelnen Gewerke im Landkreis Gießen legte die Kammer nicht vor.

Kreisweit gab es zum Jahreswechsel 1792 Betriebe, die von einem Meister geführt werden, 17 mehr als 2018. Die zulassungsfreien Handwerksbetriebe nahmen von 729 auf 784 zu, die handwerksähnlichen Betriebe von 509 auf 535.

In den ebenfalls zum Kammerbezirk Wiesbaden gehörenden Nachbarkreisen sieht es wie folgt aus: Im Lahn-Dill-Kreis gibt es 1927 zulassungspflichtige Handwerksbetriebe (2018: 1912), 709 (634) zulassungsfreie und 487 (463) handwerksähnliche.

Im Vogelsbergkreis sind aktuell 1006 zulassungspflichtige Handwerksbetriebe gemeldet, genau so viele wie 2018. Hinzu kommen 310 (280) zulassungsfreie sowie 206 (201) handwerksähnliche Betriebe.

Der Wetteraukreis zählt 2250 zulassungspflichtige Firmen, 20 weniger als 2018. Die zulassungsfreien Betriebe stiegen dagegen erheblich an, um 89 auf nunmehr 1228. Handwerksähnliche Betriebe gab es zum Jahreswechsel 674 (654).

Im Kammerbezirk sind 14 434 (14 463) zulassungspflichtige Betriebe eingetragen. Es gibt 7807 (7458) zulassungsfreie und 4114 (3939) handwerksähnliche Firmen.

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