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Höhere Steuern 2023: Haus noch in diesem Jahr schenken – worauf Eigentümer achten müssen

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Von: Patricia Huber

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Wer höhere Steuern bei einer Schenkung umgehen möchte, sollte noch in diesem Jahr seine Immobilie übertragen. Dabei sollten jedoch einige Punkte beachtet werden.

Berlin – Mit der Änderung des Jahressteuergesetzes ändert sich in vielen Fällen auch die Höhe der Schenkungssteuer. Experten zufolge könnte die Abgabe bei Immobilien dann 30 bis 40 Prozent höher ausfallen. Das liegt daran, dass die Freibeträge nicht parallel zur Steuer steigen. Wer die deutlich höheren Steuern beim Überschreiben seines Grundstücks umgehen möchte, sollte sich jedoch beeilen und ein paar wichtige Punkte beachten.

Schenkungsteuer 2023: Notar zu finden könnte schwierig werden

Das größte Problem bei einer schnellen Schenkung könnte die Suche nach einem Notar werden. Er muss die Schenkung beurkunden. „Für die Frage der steuerlichen Bewertung kommt es grundsätzlich auf den Zeitpunkt der Beurkundung der Schenkung an“, sagt Martin Thelen von der Bundesnotarkammer. Gegenüber dem Handelsblatt. Der Termin beim Notar muss also noch im Dezember stattfinden.

In diesem Jahr könnte es jedoch besonders schwierig werden, so spät noch einen Termin beim Notar zu bekommen, macht Thelen deutlich: „Zum Jahresende ist das Arbeitsaufkommen in den Notarbüros erfahrungsgemäß generell erhöht und dieses Jahr aufgrund der Änderungen bei den steuerlichen Bewertungen von Immobilien ganz besonders.“

Schenkung: Was zuvor geklärt werden sollte

Außerdem ist eine Schenkung durchaus kompliziert. Wer kein Experte ist, sollte auf jeden Fall einen Steuerberater hinzuziehen und die wichtigsten Fragen vorab klären. Dabei ist unter anderem zu klären, ob der Schenker die Immobilie weiter selbst nutzen möchte. Dafür müsste ein Wohnungs- oder Nießbrauchrecht vereinbart werden.

Etwaige Gegenleistungen oder Auswirkungen auf die Erbfolge sollten auch geklärt werden. Zudem ist wichtig, ob die Immobilie ganz oder nur teilweise übertragen werden soll. Bei einer teilweisen Übertragung, welche den Freibetrag nicht überschreitet, können Steuerzahlungen vermieden werden.

Schenkung 2022: „Steuerklausel“ kann für Sicherheit sorgen

Es ist also klar: Um noch in diesem Jahr eine Schenkung über die Bühne zu bringen, benötigt es auch einiges an Glück und vor allem Expertise. Zudem sollte die Schenkung gut überlegt sein und nicht aufgrund der Änderung des Steuergesetzes übereilt werden, warnen Experten.

Jedoch sollte die Steuerlast nicht unterschätzt werden. Wer sich absichern möchte, kann gegebenenfalls eine sogenannte Steuerklausel in den Vertrag aufnehmen. Damit könnte der Schenkende im Falle einer Steuerlast die Schenkung teilweise rückgängig machen. (ph)

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