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Wegen des Booms im Online-Handel hat sich die Zahl der versendeten Pakete seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Foto: Sina Schuldt

Mikro-Depots und Lastenräder

Forscher bei Lösungen gegen Paketflut zuversichtlich

Mit dem Boom im Online-Handel wächst auch die Zahl der Paketzusendungen rasant. Mit negativen Folgen vor allem in Städten. Können Missstände beseitigt werden?

Berlin (dpa) - Im Kampf gegen die wachsende Zahl von Pakettransporten vor allem in Innenstädten sind viele der Test-Maßnahmen aus Sicht des Logistikforschers Frank Straube erfolgversprechend.

"Es gibt in Deutschland fast 60 Testgebiete, in denen unterschiedliche Technologien und Prozesse ausprobiert werden, um die E-Commerce-Flut zu beherrschen", sagte der Leiter des Fachgebiets Logistik an der TU Berlin der Deutschen Presse-Agentur. "Mehr als die Hälfte davon zeigt gute Ergebnisse." Viele der Tests liefen im kommenden Jahr aus und könnten dann in der Fläche angewendet werden. Er sei zuversichtlich, dass sich die Herausforderungen so in den Griff kriegen ließen, sagte Straube.

Aufgrund des Booms im Online-Handel hat sich die Zahl der versendeten Pakete seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Am Mittwoch will der Verband für Paket- und Expresslogistik in Berlin die aktuellsten Zahlen für das Jahr 2018 vorlegen.

In den Innenstädten sorgt die steigende Zahl von Transportfahrzeugen für Unmut. Weil die Infrastruktur nicht auf die Versandmassen ausgelegt ist, parken die Fahrer häufig in der zweiten Reihe und blockieren Radwege und Fahrspuren. Weil Zusteller in derselben Zeit immer mehr Pakete ausliefern müssen, kommt es immer wieder auch zu Konflikten. Mehr als 12.500 Beschwerden im Postbereich gingen im vergangenen Jahr bei der Bundesnetzagentur ein, mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, sei eine enge Abstimmung zwischen Zustellern, lokaler Politik und Anwohnern wichtig, betonte Straube. Zu den Innovationen, die derzeit getestet werden, gehören Mikro-Depots in der Stadt, von denen aus die Pakete etwa mit elektrischen Lastenrädern zugestellt werden können. Auch die Zusammenarbeit mit dem Öffentlichen Nahverkehr sei eine Option, sagte Straube.

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