Erleichterung bei Deutscher Bank

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Frankfurt/Washington (dpa). Große Erleichterung bei der Deutschen Bank: Der seit Jahren im Dauerstress befindliche DAX-Konzern macht auf diversen Großbaustellen Fortschritte - sowohl im Inland als auch auf dem wichtigen US-Markt. Die Eingliederung der Postbank kommt voran, in den USA bestand die US-Tochter des größten deutschen Geldhauses nach einer Serie von Misserfolgen auch den zweiten Teil des jährlichen Krisentests der Aufseher.

Bei der Integration der Postbank erzielte der Vorstand eine Einigung mit Betriebsräten und Gewerkschaften über die Neuaufstellung der Zentrale der DB Privat- und Firmenkundenbank mit den Standorten Frankfurt und Bonn. Bis Ende 2020 sollen demnach zunächst 750 weitere Vollzeitstellen abgebaut werden.

"Unser Ziel war immer ein Modell mit zwei Standorten, das ökonomisch Sinn macht. Dafür streichen wir jetzt Überlappungen, sodass wir am Ende zwei Standorte haben, die sich sinnvoll ergänzen", sagte Privatkundenvorstand Frank Strauß am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. Der ehemalige Postbank-Chef versicherte: "Wir werden den Stellenabbau sozialverträglich machen, zum Beispiel über natürliche Fluktuation, Altersteilzeit, Abfindungen. Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben."

Weiterhin im Umbau

Allerdings sei der Umbau noch nicht beendet. "Wir werden kontinuierlich über die nächsten Jahre weiter abbauen", sagte Strauß. Seit Anfang 2017 bis zum Ende des erstens Quartals 2019 wurden in dem Segment 5500 Vollzeitstellen abgebaut. Im Frühjahr 2017 hatte sich die Deutsche Bank nach einigem Hin und Her entschieden, die Bonner Tochter Postbank doch nicht zu verkaufen, sondern in ihr Privat- und Firmenkundengeschäft einzugliedern. Verhandelt wird derzeit über die Zusammenlegung des Bereichs Operations, zu dem Kontoservice und Kreditabwicklung gehören. Im Gespräch ist dort die mögliche Streichung von 1200 Vollzeitstellen.

Auch im US-Geschäft sieht sich der Deutsche-Bank-Vorstand noch nicht am Ziel - trotz des erfreulichen Zeugnisses der dortigen Finanzaufseher für die Tochter DB USA im jüngsten Stresstest. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) habe keine Einwände gegen die Kapitalpläne des Unternehmens, teilte die Fed am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit.

Im vergangenen Jahr hatten die Finanzaufseher der Deutschen Bank noch "erhebliche Schwächen" attestiert. Dreimal war das Geldhaus mit seinem US-Geschäft in den vergangenen Jahren durch die Prüfung gefallen. Nun bewältigte das Institut nach dem ersten auch den zweiten Teil des aktuellen US-Krisentests, bei dem es vor allem um interne Kontrollen und das Risikomanagement ging. "Das sind hervorragende Nachrichten", kommentierte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. "Diese Überprüfung erfolgreich zu absolvieren, war eines der wichtigen Ziele, die wir uns vor einem Jahr gesetzt hatten." Der Erfolg sei ein großer Fortschritt für das Geschäft der Deutschen Bank in den USA und weltweit.

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