Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
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Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Börse in Frankfurt

Dax geht die Puste aus

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag nach einer Berg- und Talfahrt letztlich moderate Einbußen hinnehmen müssen.

Die Quartalsberichtssaison der Unternehmen bot dabei Licht und Schatten. Der Dax schloss mit einem Minus von 0,54 Prozent bei 12.591,68 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte sank um 0,27 Prozent auf 26.803,37 Zähler. Zwischen der weiter grassierenden Corona-Pandemie, der Hängepartie in den USA beim Schnüren eines weiteren Hilfspakets und dem anhaltenden Säbelrasseln zwischen den Vereinigten Staaten und China fehlte es den Anlegern einmal mehr an der nötigen Zuversicht.

Der EuroStoxx endete mit einem Minus von 0,86 Prozent bei 3240,39 Punkten. In Paris fiel der Cac 40 um rund 1,0 Prozent. Der FTSE 100 in London büßte rund 1,3 Prozent ein. Der New Yorker Dow stagnierte zuletzt auf Vortages-Schlussniveau.

Die Aktien von Siemens erreichten nach einem starken Quartalsbericht des Industriekonzerns zunächst den höchsten Stand seit mehr als sechs Monaten und legten um 4,6 Prozent zu. Dann aber ging ihnen der Schwung etwas abhanden und sie endeten nur noch 1,6 Prozent höher.

Der Sportartikelkonzern Adidas überzeugte mit dem Quartalsumsatz und der Aussage, im dritten Jahresviertel einen Betriebsgewinn erzielen zu wollen. Für die Papiere ging es um 1,9 Prozent hoch. Zum größten Gewinner im Dax wurden die Aktien von Covestro mit einem Plus von 3,7 Prozent. Hier half eine Kaufempfehlung.

Auf der anderen Dax-Seite wurden Zwischenberichte aus dem Konsumgüter- und Versicherungssektor negativ aufgenommenen. Aktien von Munich Re verloren angesichts eines weiteren Gewinneinbruchs wegen der Corona-Krise 1,9 Prozent. Henkel-Anteile büßten 0,6 Prozent ein und Papiere von Beiersdorf am Dax-Ende sogar 5,6 Prozent.

Auch in der zweiten Börsenreihe gab es viele weitere Zwischenberichte. Dabei knüpften die Aktien der Lufthansa erst an ihre jüngste Erholung an, rutschten dann aber mit letztlich minus 1,2 Prozent deutlich ab. Die Fluggesellschaft rechnet in der Corona-Krise mit einer noch langsameren Erholung des Flugverkehrs und verschärft beim Stellenabbau ihre Gangart.

Überzeugende Quartalszahlen gab es von Jenoptik, S&T sowie Symrise mit Kursgewinnen zwischen 2,0 und 7,3 Prozent. Bei Jenoptik und dem IT-Dienstleister S&T gab es Lob für besser als erwartet ausgefallene Ergebnisse. Im Falle von Symrise galt dies vor allem für einen optimistischeren Ausblick, die Aktien stellten einen Rekord auf.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Donnerstag zur Kasse gesunken. Der Rentenindex Rex fiel um 0,10 Prozent auf 145,71 Punkte. Die Umlaufrendite kletterte im Gegenzug von minus 0,55 Prozent am Vortag auf minus 0,54 Prozent. Der Bund-Future stieg um 0,26 Prozent auf 177,58 Zähler.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,1841 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1843 Dollar festgesetzt.

© dpa-infocom, dpa:200805-99-47477/10

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