Das Kreuzfahrtschiff "SeaDream 1" liegt am Kai im norwegischen Bodø. Foto: Sondre Skjelvik/NTB Scanpix/AP/dpa
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Das Kreuzfahrtschiff "SeaDream 1" liegt am Kai im norwegischen Bodø. Foto: Sondre Skjelvik/NTB Scanpix/AP/dpa

Verdachtsfälle nicht bestätigt

Corona-Entwarnung auf zwei Kreuzfahrtschiffen

Nach monatelanger Corona-Zwangspause wagten sich die ersten Schiffe erst vor Kurzem wieder aufs Meer - und lösten erneut Schlagzeilen wegen Corona-Infektionen aus. Jüngste Verdachtsfälle bestätigten sich immerhin nicht.

Oslo/Hamburg (dpa) - Die Sorgen vor neuen Coronavirus-Ausbrüchen auf Kreuzfahrtschiffen aus Norwegen haben sich nicht bestätigt. Die Passagiere der "Fridtjof Nansen" werden regulär in Hamburg von Bord gehen und nicht unter Quarantäne gestellt, wie ein Sprecher der Hamburger Sozialbehörde mitteilt.

Bereits am Mittwochabend hatte das Unternehmen SeaDream Yacht Club mitgeteilt, alle Passagiere und Besatzungsmitglieder auf der "SeaDream 1" seien negativ auf das Virus getestet worden.

Die "SeaDream 1" mit mehr als 160 Menschen an Bord war zuvor im Hafen der norwegischen Stadt Bodø vor Anker gegangen, weil ein Passagier einer vorherigen Kreuzfahrt auf dem Schiff nach der Heimkehr nach Dänemark positiv auf das Virus getestet worden war. Das Schiff darf nun weiterfahren, wie die Gemeinde Bodø am Donnerstag mitteilte.

Zur "Fridtjof Nansen" sagte der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde am Donnerstag: "Aus hiesiger Sicht gibt es keinen Anhalt für ein Ausbruchsgeschehen." Aktuell zeige keine Person an Bord Covid-19-Symptome.

Das Schiff befindet sich auf dem Rückweg von einer 15-tägigen Seefahrt entlang der norwegischen Küste. Während der Reise hatten vier Crewmitglieder leichte Erkältungssymptome gezeigt. Die daraufhin erfolgten Covid-19-Tests seien negativ ausgefallen, teilte die norwegische Reederei Hurtigruten mit.

Inzwischen seien alle Crewmitglieder und - auf freiwilliger Basis - auch alle Passagiere getestet worden, hieß es von der Sozialbehörde. Hurtigruten bestätigte, dass die Tests aller 162 Besatzungsmitglieder sowie von 168 der 171 Gäste negativ ausgefallen seien. Drei Passagiere hätten sich nicht testen lassen wollen - sie müssen nun bis auf Weiteres in ihren Kabinen bleiben.

Norwegen ist derzeit wieder vorsichtiger in Sachen Corona geworden, weil die Infektionszahlen in dem skandinavischen Land nach Angaben des nationalen Gesundheitsinstituts FHI in den vergangenen beiden Wochen gestiegen sind. Zuvor waren sie seit März deutlich und fast durchweg gesunken. Das Land reaktivierte am Donnerstag seine Regeln für Rückkehrer aus Tschechien, Frankreich, Monaco, der Schweiz und zwei Regionen in Schweden. Von diesem Samstag an müssten sich Menschen, die aus diesen Gegenden nach Norwegen einreisen, für zehn Tage in Selbstisolation begeben, teilte das Außenministerium mit.

Zu den steigenden Werten hatte auch der Corona-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Roald Amundsen" beigetragen. Die Zahl der bestätigten Infektionen unter der Besatzung und den Fahrgästen auf zwei Kreuzfahrten des Schiffes der Reederei Hurtigruten stieg bis Donnerstag auf 62. Darunter waren laut FHI 41 Crew-Mitglieder und 21 Passagiere. Die Polizei hat Ermittlungen zu dem Ausbruch eingeleitet und nun mit den Vernehmungen dazu begonnen, ob Hurtigruten oder Einzelpersonen an Bord gegen die norwegischen Quarantänevorschriften verstoßen haben, wie die Polizei im nordnorwegischen Tromsø mitteilte.

© dpa-infocom, dpa:200806-99-71950/3

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