Rewe-Bebauungsplan abgesegnet

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Wölfersheim/Hungen(sda). Viel hatte sich nicht verändert: Vor der Wetterauhalle standen Demonstranten, drinnen saßen Gemeindevertreter. So ähnlich war es vor einem Jahr schon einmal. Auch damals stand der Bebauungsplan für das Rewe-Logistikzentrum an der A 45 bei Berstadt auf der Tagesordnung. Damals stimmte die Mehrheit dafür. Damit hätte Rewe politisch eigentlich grünes Licht für den Bau gehabt.

Doch eine Änderung des Plans hatte eine erneute Abstimmung am vergangenen Donnerstag zur Folge. Das Ergebnis war nicht überraschend und spiegelt die dreieinhalb Jahre andauernde politische Diskussion wider: Die Wölfersheimer Gemeindevertreter stimmten für den Bebauungsplan und damit für die Rewe-Ansiedlung, nur die zwei Abgeordneten der Grünen votierten dagegen. Das Vorhaben ist damit politisch final abgesegnet.

Bislang unterhält Rewe zwei kleinere Logistikzentren, eins davon in Hungen, das dann aufgegeben wird. Laut Plan wird Rewe bei Berstadt eine Fläche von 25,5 Hektar zur Verfügung haben. "Der Baukörper hat eine Grundfläche von rund 90 000 Quadratmetern", sagt Anja Krauskopf, Pressesprecherin von Rewe. Wie es von Rewe-Seite heißt, sollen bald die Erdbauarbeiten beginnen. Demnach habe man eine Baugenehmigung dafür beantragt. Sobald diese vorliege, werde es losgehen.

Während Rewe den Bau plant, bereiten die Projektgegner die nächste Klage vor. Werner Neumann vom BUND-Landesvorstand sagte, man versuche, das Projekt juristisch zu stoppen. Zum einen sei der Verwaltungsgerichtshof noch mit einer Klage gegen die Zielabweichung vom Regionalplan beschäftigt (diese Zielabweichung war einer der ersten Schritte zur Baurechtschaffung). Zum anderen wolle man gegen den Bebauungsplan klagen.

Für die Projektgegner steht nach wie vor fest: Die Fläche, auf die Rewe bauen will, sei "viel zu wertvoll für Beton". Rund 100 Demonstranten hatten sich vor der Entscheidung zur Kundgebung versammelt, Vertreter einiger Organisationen und Institutionen hielten Reden. So sagte Dekan Volkhard Guth: "Es wird ein Schandmal auf den Äckern der Berstädter stehen."

Die Gemeindevertreter sahen es anders: SPD-Fraktionsvorsitzender Matthias Appel betonte: "Der zweitgrößte Arbeitgeber möchte sich bei uns ansiedeln." Sicherlich sei guter Boden wichtig, aber es gebe auch andere wichtige Konsumgüter ("Toilettenpapier, was in der Corona-Krise sehr stark frequentiert wurde.").

Den Aspekt Arbeitsplätze beschrieb Michael Rückl (Grüne) allerdings als "Argument von vor-vor-vorgestern". Zumal die 550 versprochenen Arbeitsplätze zuerst einmal aus Rosbach und Hungen übernommen würden.

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