Rewe-Bau: BUND erstattet Anzeige

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Wölfersheim/Hungen(sda/pm). Warum ist der Waschbach bei Berstadt ausgetrocknet? Der Naturschutzverband BUND sieht den Grund dafür in einer kürzlich errichteten Abwasserleitung für das geplante Rewe-Logistikzentrum. Deswegen hat der Verband jüngst Anzeige wegen Verstößen gegen den Naturschutz erstattet. Vonseiten der Gemeinde Wölfersheim heißt es aber, die "schon länger anhaltende Trockenperiode" sei für das Austrocknen des Bachs verantwortlich.

Wasserbehörde widerspricht

Erst vor zwei Wochen war der Bau des Rewe-Logistikzentrums in den Medien, da der BUND gerichtlich gegen den Bebauungsplan und die Baugenehmigung vorgegangen ist. Das Verwaltungsgericht Gießen ordnete einen Baustopp für die Bodenarbeiten an. Wie es in dieser Sache weitergeht, ist noch nicht entschieden. Nun folgt ein weiterer Schritt des BUND, der versucht, den Bau des Logistikzentrums zu verhindern.

Werner Neumann, Kreisvorsitzender des BUND, sagt: "Wir sind sehr bestürzt, dass nun ein Bach trockengelegt wird. Wir fordern einen sofortigen Baustopp, um weitere Naturschäden durch die Bauarbeiten von Rewe zu verhindern."

Dass der BUND zu dem Schluss gekommen sei, die Abwasserleitung sei verantwortlich, liege daran, dass wenige Meter oberhalb der Baustelle noch Wasser fließe. Da es aber dort versickere, wo ein Abwasserrohr unter dem Bach durchgebohrt worden sei, liege der Verdacht nahe, "dass durch die Bauarbeiten der Untergrund aufgerissen wurde und das Wasser des Bachs in die Baugrube läuft", heißt es in einer Pressemitteilung.

Daher habe der BUND am vorvergangenen Donnerstag die Untere Wasserbehörde des Wetteraukreises informiert. Dort ist man jedoch zu der Einschätzung gelangt, der ausgetrocknete Bach habe nichts mit der Baumaßnahme zu tun. Der BUND teilt diese Einschätzung allerdings nicht.

In der Nähe der A45-Auffahrt bei Berstadt will Rewe ein Zentrallager bauen. Die Standorte Hungen und Rosbach mit 550 Arbeitsplätzen sollen dort zusammengeführt werden. Kritik am Projekt regte sich bislang vor allem, weil es sich bei der ehemaligen Ackerfläche um Böden mit teils sehr guter Qualität handelt.

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