Kötter: "Arbeit noch lange nicht erledigt"

Wölfersheim (en). 1. Juli 2008: Rouven Kötter ist der neue Chef im Rathaus. Sein Vorgänger Joachim Arnold tritt zeitgleich seinen Dienst als Landrat an. Fast 70 Prozent der Wähler haben den erst 28 Jahre alten Sozialdemokraten im ersten Wahlgang gleich vier Mitbewerber ausschalten lassen. Nach drei Jahren zieht er nun seine Halbzeitbilanz.

"Mir macht die Arbeit sehr viel Freude", wird Kötter nicht müde zu betonen. Besonders die Vielfalt der Aufgaben und der permanente Kontakt zu den Menschen machten den Reiz des Amtes aus.

"Zahlreiche zukunftsträchtige Projekte" seien in den drei Jahren schon umgesetzt und angestoßen worden. Noch wichtiger sind ihm jedoch die "alltäglichen, kleinen Verbesserungen". Unverschuldet rutsche die Gemeinde in einen defizitären Haushalt, obwohl sie sparsam und bodenständig die laufenden Ausgaben und Einnahmen optimiere und im Sinne der kommenden Generationen investiere. "Da ist sorgfältige, ideenreiche Detailarbeit gefragt." Das Ergebnis der Kommunalwahl vor drei Monaten hat dem SPD-Spitzenkandidaten "zusätzlich Motivation und Rückenwind gegeben" - die Sozialdemokraten hatten ihre absolute Mehrheit noch ausgebaut.

Auch schwierige Situationen habe es gegeben. Zum Beispiel die Geruchsbelästigungen in Berstadt. Von der Idee der dezentralen Energieerzeugung als zentrale Zukunftsaufgabe sei er überzeugt. Dennoch sei es nicht immer leicht gewesen, das Vorhaben gegen die "massiven und teilweise berechtigten" Beschwerden zu verteidigen.

Viel schwieriger sei es noch, im persönlichen Gespräch mit Einzelschicksalen konfrontiert zu werden - und zu akzeptieren, "dass man an bestimmten Stellen schlichtweg nicht helfen kann". Die Menschen erwarteten vom Bürgermeister manchmal Wunder. Sie zu enttäuschen, seien "die wirklich schwierigen Momente".

Auf der anderen Seite: "Die Besuche bei Geburtstagen und Ehejubiläen und die zahlreichen Kontakte bei Vereinsfesten, Veranstaltungen und im Alltag geben Kraft und Energie für die täglichen Herausforderungen." Als Bürgermeister erfahre man unmittelbar, ob die Menschen unzufrieden oder mit der politischen Führung im Wesentlichen einverstanden seien.

Auch außerhalb der Gemeinde übernimmt Kötter Verantwortung. So zog er im März in den Wetterauer Kreistag ein und ist im Regionalverband aktiv. "Es ist wichtig, Wölfersheimer Interessen auch auf anderen Ebenen zu vertreten. Es gilt, Kontakte zu knüpfen und mit am Tisch zu sitzen, wenn Entscheidungen getroffen werden, die für die Zukunft Wölfersheims bedeutsam sind."

Gerüchten über einen Wechsel in ein höheres Amt tritt Rouven Kötter klar und deutlich entgegen: "Ich habe noch viele Ideen. Gemeinsam mit den Bürgern möchte ich alle Ortsteile weiterentwickeln und die Lebensqualität weiter verbessern. Meine Arbeit hier ist noch lange nicht erledigt." 2014 will er sich um eine weitere Amtszeit bewerben.

Quelle: Wetterauer Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare