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Diese Grafik hat Rewe bei der Bürgerversammlung im Dezember präsentiert: So oder so ähnlich, heißt es, soll das Logistikzentrum aussehen. (Grafik: Rewe)

Die finale Rewe-Abstimmung

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Wölfersheim/Hungen (sda). Kein Projekt in der Wetterau wird aktuell so kontrovers diskutiert wie die geplante Ansiedlung eines Rewe-Logistikzentrums bei Berstadt an der A 45. Seit zweieinhalb Jahren beschäftigt das Projekt die Wölfersheimer Lokalpolitik sowie übergeordnete Behörden. Bisher sind bereits viele Teilentscheidungen zugunsten des Logistikzentrums getroffen worden. Am heutigen Donnerstag steht die endgültige an. Dann entscheiden die Gemeindevertreter über den Bebauungsplan - und würden mit einer Zustimmung den Startschuss für den Bau geben. Das ist vermutlich nur eine Formalie, die Mehrheitsverhältnisse sind klar. Der Bauausschuss hat sich in dieser Woche bereits klar für das Projekt positioniert. SPD, CDU und FWG sind dafür, lediglich die Grünen-Fraktion stellt sich dagegen. Der Änderung des Regionalen Flächennutzungsplan bereits zugestimmt hat die Regionalversammlung Südhessen mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP.

Was Rewe genau plant und warum es Berstadt sein soll?

Die Eckdaten im Überblick:

Warum:Bevor die Waren in den Supermarktregalen ankommen, lagern sie in den Logistikzentren, die es in ganz Deutschland gibt. Zwei der Rewe-Region Mitte stehen aktuell in Rosbach (gekühlte Ware) und in Hungen (Trocken- und Tiefkühlsortiment). Doch es heißt von Rewe-Seite: Die Standorte seien zu klein - denn der Umsatz des Konzerns steige stetig; der Bedarf der Kunden und damit das Sortiment habe sich in den vergangenen Jahren vergrößert. Weder der Rosbacher noch der Hungener Standort seien erweiterbar - daher will Rewe ein neues Lager.

Wie:300 000 Quadratmeter Fläche sollen zum Rewe-Areal gehören - und entsprechend versiegelt werden. Das entspricht umgerechnet einer Fläche von 42 Fußballfeldern. Das Logistikzentrum selbst soll im "Endausbaustand", wie es von Rewe-Seite heißt, eine Grundfläche von 110 900 Quadratmetern haben (15,5 Fußballfelder). Gestartet werden soll mit einer Lagerfläche von rund 87 500 Quadratmetern.

Die Maße des Logistzentrums:

Höhe: gestaffelt, von 13,50 bis zu 36 Meter

Länge: 625 Meter

Breite: 175 Meter

Wann:Sollten die Gemeindevertreter in Wölfersheim am heutigen Donnerstagabend den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan fassen, steht dem Bau politisch nichts mehr im Weg. Von Rewe heißt es, noch "im Sommer 2019 können die ersten Arbeiten zur äußeren Grundstückserschließung beginnen". Dazu zähle unter anderem der Kanalausbau und die Erschließung für den Verkehr. Mit den Bauarbeiten für das Gebäude soll im März 2020 begonnen werden, die Hochbauarbeiten sind für 2021 geplant. Wie es auf der Rewe-Webseite heißt, soll das Lager im Januar 2023 in Betrieb gehen.

Was entsteht:Von dem Berstädter Logistikzentrum aus will Rewe rund 500 Märkte in Hessen und in Teilen von Bayern und Rheinland-Pfalz mit Waren beliefern. Deswegen hat Rewe nach eigenen Angaben nach einem Standort an der Autobahn gesucht, da zahlreiche Fahrzeuge das Lager täglich verlassen und anfahren werden. In Zahlen (Prognose von Rewe für das Jahr 2025): 1500 Lkw (Ein- u. Ausfahrten) und 2000 Pkw (Ein- u. Ausfahrten). Dafür, heißt es, falle der Pendelverkehr zwischen Hungen und Rosbach weg, für Wölfersheim sei keine Verkehrsbelastung zu erwarten.

Am Standort Berstadt sollen laut Rewe 550 Menschen arbeiten, die aktuell noch in Hungen und Rosbach beschäftigt sind. Zudem soll es 20 Ausbildungsplätze geben.

Wieso Berstadt:Wie Rewe-Vertreter in der Diskussion um den Standort angesichts der Kritik, beste Böden würden zerstört, stets betonten, gebe es für den Konzern keinen besseren Ort für das Vorhaben. Zwar sei nach anderen Standorten Ausschau gehalten und ein externer Dienstleister für die Suche engagiert worden - das Ergebnis sei allerdings nicht zufriedenstellend gewesen. Nur in einem Fall: Für den Standort Gießen (ehemalige Kasernen, eine versiegelte Fläche) hatte Rewe Interesse bekundet. Allerdings: Die Stadt erteilte eine Absage - vor allem wegen der Höhe des Gebäudes.

Die Berstädter Fläche ist erst später dazugekommen - ein privater Hinweis hatte Rewe auf das Areal aufmerksam gemacht.

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