Ehefrau vergewaltigt und mit Messer bedroht

Wölfersheim/Friedberg (lk). "Du kommst hier nicht mehr lebend raus", hatte er im Juni des vergangenen Jahres in seiner Wohnung in Wölfersheim zu seiner Ehefrau gesagt, bevor er sie vergewaltigte und mit einem Messer bedrohte. Am Dienstag saß der 41-Jährige auf der Anklagebank des Friedberger Schöffengerichts.

Das Gericht unter dem Vorsitz von Richter Dr. Markus Bange verurteilte Marco W. (Name geändert, die Red.) wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung.

Zunächst wollte sich W. nicht zu den Vorwürfen der Anklageschrift äußern, wonach er seine Ehefrau im Sommer 2010 in seiner Wohnung auf die Couch geworfen und vergewaltigt hatte. Zudem bedrohte er die Frau mit einem Messer, schlug sie mit dessen flacher Seite. Erst, als sein 45-jähriges Opfer das Geschehen vor Gericht bestätigte und mehrere Polizeibeamte gehört worden waren, ließ sich der Wölfersheimer zur Sache ein. "Ich wollte ihr Angst machen", versuchte W. sein Handeln zu erklären.

Angeklagter: Sie steht auf Sadomaso

Er verwies darauf, dass seine Frau gerne auf Techno-Partys gehe und dort Drogen nehme, was ihm nicht gefallen habe. In Briefen an ihn habe sie während der dreijährigen Ehe den Wunsch geäußert, gezüchtigt zu werden. "Sie steht auf Sadomaso.

" Am Tag des Vorfalls, die Frau lebte bereits in einer eigenen Wohnung in Bad Nauheim, habe sie ihm erzählt, dass sie am Wochenende zuvor auf einer Techno-Party gewesen sei, wo sie mehrere Männer kennengelernt habe. Er habe ihr die Hose heruntergezogen, um herauszufinden, ob sie Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann gehabt hatte. Mit dem Messer habe er sie nicht töten wollen. "Ich wollte, dass sie aufhört mit der Feierei und den Drogen", sagte der 41-Jährige. "Ich sollte sie ja immer bestrafen. Sie hat mir öfter gesagt, dass ich sie verliere, wenn ich sie nicht schlage", erzählte der Angeklagte. "Und dann mach’ ich das und sie zeigt mich an", fügte er hinzu.

"Ich hatte Todesangst", hatte seine Ehefrau dem Gericht zuvor erzählt. Sie habe nach dem Übergriff Albträume und Depressionen bekommen, befinde sich bis heute in Behandlung, sei nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Ihr Mann habe eine gespaltene Persönlichkeit, inzwischen bestehe kein Kontakt mehr zu ihm.

In einem Rechtsgespräch kamen die Verfahrensbeteiligten zu keiner Verständigung. Richter Bange teilte mit, dass die Eheleute zum Zeitpunkt der Tat unter Drogeneinfluss gestanden hatten. Trotz einiger Differenzen im Aussageverhalten beider, beispielsweise zu welchem Zeitpunkt das Messer im Spiel gewesen sei, scheine Einigkeit darüber zu herrschen, dass es den Vorfall gegeben habe.

Staatsanwältin Brücher plädierte für eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten auf Bewährung. Für Nebenklagevertreter Peter Heidt kam eine Bewährungsstrafe nicht mehr in Frage und Verteidiger Jürgen Häller meinte, die Forderung der Staatsanwaltschaft sei angemessen. Das Gericht verurteilte W. zu den geforderten 15 Monaten auf Bewährung. Zudem hat der Wölfersheimer 1000 Euro an die Staatskasse zu zahlen und muss in regelmäßigen Drogentests seine Abstinenz nachweisen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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