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Die siebte und achte Generation der Traditionsbäckerei Hinnerbäcker im Gespräch mit Ministerpräsident Volker Bouffier (v. l.): Til Steinhauer, Leon Steinhauer, Jens Steinhauer, Volker Bouffier, Nina Steinhauer und Svenja Brandis.

Bouffier bei Hinnerbäcker

Wo die Brezeln noch von Hand gebacken werden

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Ministerpräsident Volker Bouffier hat am Mittwoch den Produktionsstandort von Hinnerbäcker in Berstadt besucht. Das Familienunternehmen ist der älteste Bäckereibetrieb in der Wetterau.

Die ursprünglich aus Steinfurth stammende Bäckerei Hinnerbäcker hat sich im Laufe ihrer Geschichte zu einem mittelständischen Unternehmen entwickelt, das prägend für das Backhandwerk in der Region ist. Von Frankfurt bis Rechtenbach unterhält der älteste Bäckereibetrieb in der Wetterau mit seinem Produktionsstandort in Berstadt über 70 Bäckereien. In dem Familienunternehmen, das kürzlich den 165. Geburtstag feierte, wird immer noch von Hand gebacken, so auch die Brezeln. Den runden Geburtstag nahm Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier gestern zum Anlass, Hinnerbäcker zu besuchen.

Bouffier begrüßte den Werdegang der einst kleinen Bäckerei zu einem modernen mittelständischen Handwerksbetrieb, der Arbeitsplätze im ländlichen Raum schaffe und ein wichtiger Anbieter für Ausbildungsplätze sei. Er hob die Wichtigkeit von mittelständischen Unternehmen hervor, deren Stärke mit dazu beitrage, dass Hessen einer der bedeutendsten Wirtschaftsstandorte in Europa sei.

Fokus auf regionale Rohstoffe

Der Ministerpräsident zeigte sich beeindruckte davon, dass Hinnerbäcker seit einem so langen Zeitraum als Familienunternehmen existiere und immer auf heimische Rohstoffe gesetzt habe. So stammt sogar das verarbeitete Mehl aus der Region. Bouffier: "Gute Produkte aus Hessen für Hessen werden immer beliebter. Das freut mich und stimmt mich für die Zukunft zuversichtlich."

Das Unternehmen wird derzeit in der siebten Generation von Kai und Jens Steinhauer sowie Svenja Brandis geführt - Nachfahren des Landwirts Johannes Steinhauer, der Hinnerbäcker 1854 gegründet hatte. "Der Weg vom Kleinbetrieb zum modernen Mittelständler war ein aufregender", fasste Jens Steinhauer die über 16 Jahrzehnte Betriebsgeschichte zusammen. "Wir haben uns stetig weiterentwickelt und dabei nie die Bedürfnisse unserer Kunden aus den Augen verloren. Sie bestimmen unser Handeln und motivieren uns in unserer alltäglichen Arbeit."

"Wir investieren auch in Menschen"

Ganz und gar nicht alltäglich: Im Betrieb arbeiten aktuell drei Steinhauer-Generationen Hand in Hand. Die Jahrtausend alte Kunst des Backens, so scheint es, ist als Broterwerb und Nährboden unternehmerischer Entwicklung noch immer zukunftsträchtig. Bouffier bekräftigte dies: "Junge Menschen, die sich für eine Ausbildung interessieren, empfehle ich zu überlegen, ob das Handwerk allgemein und speziell das Bäckerhandwerk eine Option sein könnte."

Bouffier tauschte sich auch intensiv mit der in der Ausbildung stehenden jungen Steinhauer-Generation aus. Zudem erörterte er mit der Geschäftsführung die vielseitigen Probleme eines Handwerkbetriebs. Svenja Brandis betonte am Ende die Firmenphilosophie: "Wir investieren auch in Menschen."

Quelle: Wetterauer Zeitung

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