+

Bauarbeiten beginnen im Sommer

  • schließen

Wölfersheim/Hungen (sda). Am Ende sind noch einmal alle Argumente auf den Tisch gekommen. Zweieinhalb Jahre dauerte die Diskussion um den Bau eines Rewe-Logistikzentrums nun, Gegner und Befürworter sind bei ihrem jeweiligen Standpunkt geblieben. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Seiten: Die Befürworter sind den Gegnern in der Wölfersheimer Gemeindevertretung zahlenmäßig weit überlegen. Und so war es keine Überraschung, dass die Mehrheit am Donnerstag ihre Hand für die Rewe-Ansiedlung hob.

Mit dieser Entscheidung ist es nun offiziell: Der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan ist gefasst, die Bauleitplanung damit abgeschlossen, politisch steht dem Bau eines 110 900 Quadratmeter großen Logistikzentrums an der A 45 nichts mehr im Weg. Bislang wurden gekühlte Waren in Rosbach gelagert, das Trocken- und Tiefkühlsortiment hingegen in Hungen.

Lediglich die zwei Grünen-Vertreter sowie ein FWG-Mitglied stimmten am Donnerstag gegen den Plan. SPD und CDU waren geschlossen dafür.

Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Sommer beginnen, wie es von Rewe-Seite heißt. Zuerst sollen Kanal und Verkehrswege erschlossen werden. Für März 2020 sind Gründungs- und Tiefbauarbeiten für das Gebäude geplant.

Entscheidung kurz vor Mitternacht

Zwar hatten FWG und Grüne zu Beginn der Gemeindevertretersitzung den Antrag gestellt, den endgültigen Beschluss auf die Sitzung nach der Sommerpause zu vertagen, die Mehrheit lehnte jedoch ab.

Auf Aufschub hofft auch der BUND Hessen: Wie es von Dr. Werner Neumann vom Landesvorstand hieß, habe man einen Eilantrag beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel eingereicht. Das Gericht entscheidet wohl kommende Woche darüber. Ziel des BUND sei eine Gerichtsentscheidung, die die Planungen zum Bau vorerst stoppt.

Um kurz vor Mitternacht fiel am Donnerstag aber die Entscheidung für das größte Projekt, das es aktuell in der Wetterau gibt. Oder, wie Wölfersheims Bürgermeister Eike See (SPD) sagte: Für die Ansiedlung des "zweitgrößten hessischen Arbeitgebers. Größer ist nur noch Fraport." Sees Fazit: "Jeder Euro, der in Zukunft von Rewe an uns gezahlt wird, muss nicht von den Bürgern aufgebracht werden. Und ich nehme lieber Steuereinnahmen eines Konzerns entgegen, als die von Lieschen Müller, die mit ihrer Rente auskommen muss."

Ein gegenteiliges Fazit zog Dr. Franz Grolig (Grüne): "Das maßlose Rewe-Projekt nimmt keine Rücksicht auf die Grundlagen unseres Lebens." Und, sagte er, es stehe für eine Zukunft, in der es heiße, "immer größer, schneller und mehr. Wir brauchen aber dringend eine andere Zukunft."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare