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Stadtkapelle mit neuem Anspruch

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Auch die »New Generation« von Eva Morgenstern sorgt dafür, dass die Harmonie positiv in die Zukunft blickt.
Auch die »New Generation« von Eva Morgenstern sorgt dafür, dass die Harmonie positiv in die Zukunft blickt. © Edelgard Halaczinsky

Rosbach-Rodheim (sky). Zum Jubiläumskonzert anlässlich seines 25-jährigen Bestehens hatte der Musikverein Harmonie für Sonntag ins Bürgerhaus eingeladen.

40 Bläser – davon 15 Kinder und Jugendliche – feierten im vollbesetzten Saal zusammen mit vielen Freunden, Politikern und Musikliebhabern zudem Tatsache, dass das Orchester seit 2001 auch die offizielle Bezeichnung »Stadtkapelle Rosbach« führen darf.

»Die Resonanz auf unsere Einladung hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen«, sagte Moderator Rainer Schaub mit Blick auf das Publikum. Kaum einer der 200 Stühle war unbesetzt geblieben. Als Eva Morgenstern zusammen mit dem vor drei Jahren gegründeten Jugendorchester »New Generation« die Bühne betrat, wurden die Mädchen und Jungen mit großem Applaus begrüßt. Voller Spielfreude brachten die jungen Musiker den »Bandroomboogie« von Michael Sweeny zu Gehör, um gleich darauf mit »Amazing Grace« zu überzeugen. »Jede Stimme ist uns wichtig, denn nur gemeinsam klingt es gut«, sagte die engagierte Dirigentin und ausgebildete Musikpädagogin, die sich schon nach so kurzer Zeit über den Lohn ihrer Initiative freuen darf.

Die Umbaupause vor dem Auftritt des Kern-Ensembles nutzte Bürgermeister Thomas Alber, um die Arbeit der Stadtkapelle zu würdigen. »Wir wissen, was wir an unserer Kulturarbeit haben, denn sie ist unverzichtbar für unsere Stadt.« Peter Hofmann, Vorsitzender der Harmonie, gab einen Rückblick auf die Vereins-Historie. Das 1880 gegründete Blasorchester gehörte eng zur Rodheimer Feuerwehr und erfuhr – kriegsbedingt – verschiedene Wiederbelebungen. So war es zum Beispiel der inzwischen verstorbene Ehrenvorsitzende Walter Lempp, der die Rodheimer Blasmusik nach dem Zweiten Weltkrieg neu aufstellte. »Dies war eine gute Zeit, vor allem auf sehr fruchtbarem Boden.« Besonders in den 70er und 80er Jahren habe sich der Musikzug zu einem leistungsfähigen Blasorchester entwickelt.

Vor 15 Jahren am Boden

»Wenn man sehr stark ist, möchte man seine Geschicke aber auch in die eigene Hand nehmen«, umriss er die damalige Situation. Die Folge war die Vereinsneugründung vor 25 Jahren unter Hofmanns Vorsitz. Doch während man 1992 bei den Hessischen Landesmusikmeisterschaften in Hofgeismar noch einen sensationellen 1. Platz in der Oberstufe erlangen konnte, war man 15 Jahre später ohne fremde Hilfe nicht mehr spielfähig. Es fehlte an Aktiven. »Zum Glück hatten wir die Unterstützung unserer Musikfreunde aus dem Club Humor in Kirdorf«, sagte der Vorsitzende mit einem Dankeschön an die Bläser aus dem Nachbarort.

Inzwischen hat die Harmonie wieder Fahrtwind aufgenommen. Mit der Verpflichtung des jungen Dirigenten Andreas Schaller ist es seit März 2013 gelungen, ein Orchester auf die Beine zu stellen, das selbstbewusst und mit einem neuen Anspruch an die Öffentlichkeit geht. Mit dem Stück »A Festival Prelude« von Alfred Reed stellten Bläser und Dirigent ihre Qualität gleich zu Beginn unter Beweis. Es folgten facettenreiche Stücke wie ein Medley aus dem Musical »West Side Story« von Leonard Bernstein oder das für ein Blasorchester durchaus ungewöhnliche »Malaguena« von Ernesto Lecuona.

»Es wäre schön, wenn man mit Musik Kriege aus der Welt schaffen könnte«, meinte Rainer Schaub schließlich. Dann verwies er auf das leichte Lächeln auf den Lippen des Dirigenten, als jener nach gelungener Darbietung die Bühne verließ. »Ich sehe, dass er zufrieden ist mit seinem Orchester«, meinte er. Das Publikum war es auch, und dankte es allen Akteuren, die zum Schluss noch einmal gemeinsam auf der Bühne musizierten, mit großen Applaus und – natürlich – mit der unmissverständlichen Forderung nach mehr als nur einer Zugabe.

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