Papiermüll wird erst in drei Wochen abgeholt

Rosbach-Rodheim v. d. H. (hed). Zum Glück stinkt Papier nicht: Die vollen Biomülltonnen, die wegen des heftigen Schneetreibens zuletzt nicht entleert werden konnten, werden, wie im Abfallkalender angegeben, derzeit abgeholt. Beim Papiermüll allerdings müssen sich die Rodheimer in Geduld üben. Erst in fast drei Wochen sollen die blauen Tonnen geleert werden. Verantwortlich für das Dilemma ist der Wechsel des Entsorgers.

So holt ab diesem Jahr die Firma Fehr (Bad Nauheim) im ganzen Kreis den Papiermüll ab - das erste Mal in Rodheim am 24. Januar. Der bisherige Entsorger, die Firma Knap aus Pohlheim, wollte das zum letzten Mal eigentlich am 17. Dezember tun, das Winterwetter aber machte den Abholfahrzeugen schwer zu schaffen. Auch ein erneuter Versuch, das Papier am 20. und 21. Dezember einzusammeln, sei gescheitert, erklärte Andreas Sobaglo von der Firma Knap. Das Probleme habe man auch in anderen Kommunen gehabt. Die bis zu 30 Tonnen schweren Fahrzeuge hätten sich mehrmals festgefahren - vor allem in den Nebenstraßen. "Die Fahrer entscheiden vor Ort, ob eine Abholung wegen des Schnees möglich ist oder nicht." In Rodheim hätte das leider nicht geklappt.

Weiteres Problem: Fahrzeuge und Mitarbeiter seien in den letzten Wochen im Dauereinsatz gewesen - und die Fahrtenschreiber irgendwann voll. "Unsere Mitarbeiter dürfen auch nicht länger am Steuer sitzen als gesetzlich erlaubt", sagte Sobaglo. Zudem könne nur zwischen 7 und 15.30 Uhr abgeholt werden, da danach die Abladestellen nicht mehr geöffnet seien. "An Heiligabend hatten wir zwar die Wagen voll, aber die Abladestelle war zu. So verzögert sich eben alles." Die Situation für die Betroffenen sei unglücklich, "aber das ist eben höhere Gewalt", sagt Sobaglo.

Und bei höherer Gewalt bestehe für die Kommunen kein Anspruch auf Abholung, heißt es auch aus der Stadtverwaltung. Da die Firma Fehr nicht bereit sei, eine Extra-Tour zu fahren, müssten die Rodheimer ihr Papier erst einmal horten. "Unsere Termine sind sehr eng gestrickt. Da sind zusätzliche Fahrten nicht drin", sagte ein Sprecher der Firma Fehr der WZ. Er hat Verständnis für die Enscheidung des vorherigen Betreibers: "Bei diesem Wetter ist jeder entschuldigt, wenn es mal länger dauert."

Die Stadt rät Rodheimern, deren Tonnen angesichts des vielen Geschenkpapiers schon übergequollen sind, mit ihrem Papier zum Recyclinghof in die Dieselstraße nach Rosbach zu fahren. Da kann man es kostenlos abgeben. Die Stadtverwaltung bittet darum, die an die Straße gestellten Tonnen bis zum Abholtermin wieder aufs Grundstück zu holen. Dann werde die Firma Fehr auch neben die Tonne gestellte Kartons mit Papier mitnehmen. "Wenn es nicht in übertriebenem Maße geschieht", so der Fehr-Sprecher. Zu schwere oder durchgeweichte Kartons würden die Abholer aber stehen lassen.

Ganz unglücklich dürfte Fehr über das zusätzliche Papier nicht sein - schließlich verdient die Firma damit ihr Geld.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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