Nach Ehec: Riedhof wieder beim Bauernmarkt

Rosbach v. d. H. (sky). Mit einem demonstrativen Verzehr von Frankfurter Grüner Soße am Stand des Riedhofs signalisierten Bürgermeister Detlef Brechtel und seine Ehefrau Erika sowie Marktmeister Norbert Schön am Freitag auf dem Bauernmarkt: Kräuter, Obst und Gemüse aus der Produktion des Nieder-Erlenbacher Hofes können wieder bedenkenlos genossen werden.

Der Fund von Ehec-Keimen in der Salatwaschanlage des Gemüseanbauers hatte den Rathauschef in der vergangenen Woche veranlasst, dem Riedhof den Zutritt zum Markt zu verwehren. Nun sind alle Proben wieder negativ, und die Verbraucher reagieren entsprechend erleichtert.

"Die zuständigen Behörden sind sehr umsichtig mit dem Fall umgegangen", lobte Brechtel. Zwar habe es sich bei den Keimen nicht um den gefährlichen Ehec-Typ gehandelt, dennoch habe man im Interesse der Verbraucher-Sicherheit den Betrieb gesperrt und bereits gewaschene Waren vernichten lassen.

Die Geschäftsführer Steffen Gerlach und Michael Weiß, die mit den Behörden und der Stadt zu einer schnellen Lösung beigetragen hatten, zeigten Verständnis für die Maßnahmen. Gerlach: "Das Vertrauen der Kunden ist unser bestes Kapital. Deshalb galt es, unverzüglich zu handeln." Mittlerweile sei die Wasseranlage - die übrigens kein Wasser aus dem nahen Erlenbach bezieht - nach umfangreicher Reinigung und Desinfektion "auf dem neuesten Stand der Trinkwasserverordnung". Der Riedhof sei momentan einer der am besten kontrollierten Gemüse-Anbaubetriebe der Region: "Wir verkaufen nur Ware, von der vorher Proben ins Labor gegangen sind."

Die Stammkundschaft reagierte indes gelassen, die drei Verkäuferinnen hatten wie immer alle Hände voll zu tun: "Ich kaufe wie immer Obst, Gemüse und Salate", sagte Nicola Beilke. Paprika und Nektarinen, Pfirsiche und "ein bisschen Grünes" hatte sie einpacken lassen. Angst vor Ehec war für sie kein Thema. Ebenso bei der Dame neben ihr: "Ich musste mich eine Woche lang ungesund ernähren, weil der Riedhof nicht hier war. Jetzt kann ich endlich wieder zugreifen."

Marktmeister Norbert Schön, gleichzeitig Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft der Wetterauer Direktvermarkter, zeigte sich erleichtert, dass sich die Kunden nicht hatten verunsichern lassen. "Es ist wichtig, dass man in einem solchen Fall nicht in eine mediale Hysterie verfällt", betonte er.

Für Riedhof-Seniorchefin Ursula Weiß, die für ihre Frankfurter Grüne Soße unveränderte Nachfrage verzeichnen konnte, war die Normalität wieder zurück gekommen: "Die Leute freuen sich, dass wir wieder da sind, das tut gut."

Quelle: Wetterauer Zeitung

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