NABU und Landwirte wollen Lerchen Brutplätze in Feldern anbieten

Rosbach v. d. H. (sky). Seit den 70er Jahren haben sich die Bestände der Bodenbrüter in Europa - unter ihnen die Feldlerche - zum Teil dramatisch verringert. Die Hauptursache dafür liegt in der zunehmenden Kultivierung von Landschaften und der Intensivierung der Landwirtschaft.

In Rosbach und Rodheim haben sich nun Vertreter des NABU mit den Ortslandwirten zusammengetan, um durch die Einrichtung von sogenannten Lerchenfenstern auf den Feldern geeignete Brutmöglichkeiten für die inzwischen selten gewordenen Vögel zu schaffen.

Schon im kommenden Herbst wollen sie bei der Aussaat des Wintergetreides freie Flächen bereithalten, um bei der Wiederansiedlung des viel besungenen Steppenvogels mitzuhelfen.

"Die eigentliche Idee kommt aus Großbritannien", erzählt der Rosbacher NABU-Vorsitzende Günther Herbert. Dort hätten sich Landwirte und Naturschützer darauf geeignet, innerhalb der Getreideschläge künstliche Fehlstellen von etwa 20 Quadratmetern Größe anzulegen, die den Lerchen als Anflugschneise für ihre Brutplätze in der unmittelbaren Nähe dienen. "Zwei solcher Lerchenfenster pro Hektar haben sich als ausreichend erwiesen, um den Bestand der Bodenbrüter deutlich zu erhöhen", weiß der Vogelfreund.

Herbert hat die beiden jungen Ortslandwirte Alexander Albrecht (Rodheim) und Frank Metzger (Rosbach) davon überzeugen können, dass sich die Ernteausfälle durch solche Kahlstellen in minimalem Rahmen halten. "Bei Getreide liegen sie bei etwa 15 Cent pro Quadratmeter."

"Ich war gleich überzeugt"

Albrecht und Metzger haben sich vorgenommen, bei den regelmäßigen Treffen mit ihren Berufskollegen für die gute Sache zu werben. "Ich habe vor einem Jahr das erste Mal davon gehört und war gleich überzeugt", sagt Metzger. Er hat in der Nähe seines Aussiedlerhofs zwischen Rosbach und Rodheim schon des Öfteren Lerchen beobachten können. "Das Grundstück, auf dem mein Hof steht, heißt "Am Lerchenstein", das ist doch schon ein entsprechender Hinweis", fügt er hinzu. Seinem Kollegen Albrecht hingegen sind die Feldlerchen noch nie aufgefallen. Herbert erklärt ihm, wo er den Sommervögeln begegnen kann: "Es gibt Bereiche in der Nähe des Lohgrabens, dort nisten sie von etwa Februar bis September." Von ihm ist auch zu erfahren, welche Lage ein Lerchenfenster haben sollte, damit weder Fuchs noch Katze, weder Greifvögel noch Krähen an die Nester herankommen können. "Es muss geschützt im Inneren des Feldes liegen und sollte nicht über die Fahrgassen der Traktoren erreichbar sein", erläutert er.

Auch der richtige Abstand zu Gebäuden oder Gehölzen ist wichtig. "Alles, was Greifvögeln als Ansitzwart dienen könnte, sollte mindestens 50 Meter entfernt sein."

Die drei sind überzeugt, dass die Aktion sich nicht nur herumsprechen, sondern auch lohnen wird. Herbert: "Es ist eine Aufwertung des Lebensraums aller bedrohten Tierarten der Feldflur."

Quelle: Wetterauer Zeitung

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