Erste Stromtankstelle in Rosbach

Rosbach v. d. H. (sky). Seit Mittwoch ist die Stadt elektro-mobil. Bürgermeister Detlef Brechtel nahm zusammen mit Mainova-Vorstandsmitglied Lothar Herbst auf dem Parkplatz vor der Adolf-Reichwein-Halle die erste Stromtankstelle der Kommune in Betrieb. Hier können Elektro-Fahrzeuge ab sofort kostenlos (zum Beispiel während eines Einkaufs) aufgeladen werden.

Außerdem wurde ihm der Schlüssel für einen 35 000 Euro teuren E-Kleinwagen überreicht, den die Mitarbeiter der Stadt ein Jahr lang kostenlos testen dürfen.

"Viele sprechen von Energiewende, wir tun etwas dafür", sagte Brechtel bei der Schlüsselübergabe. Lothar Herbst lieferte die passende Erklärung dazu: "Wichtig bei der Stromerzeugung ist, dass sie möglichst klimaneutral geschieht". Die an den Stromtankstellen erhältliche Energie werde "völlig ohne Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids in den Wasserkraftwerken Griesheim und Eddersheim am Main erzeugt. "Novanatur" heißt der von dort fließende Strom, der nun auch in Rosbach ankommt - für drei Jahre sogar kostenlos. Zwei Fahrzeuge können gleichzeitig "betankt" werden, die Erlaubnis dazu wird per Handy gesteuert.

Noch ist die Rosbacher Station eine der am östlichsten gelegenen im Mainova-Geschäftsbereich. "Im nächsten Jahr soll es weitere 40 Mainova-Stromtankstellen geben", kündigte Manager Herbst an. Das ist nach dem derzeitigen Stand der Technik auch wichtig, denn die Elektro-Fahrzeuge haben - je nach Jahreszeit - einen Radius zwischen 100 und 200 Kilometern. Herbst: "Noch ist das E-Fahrzeug eher für Kurzstrecken eine gute Lösung - ich bin aber überzeugt davon, dass es eine Entwicklung geben wird wie beim Handy."

Das heiße: immer weniger Platzbedarf für die technischen Module, immer mehr Reichweite und immer kostengünstiger für die Nutzer. "Hier haben wir noch ein riesiges Entwicklungspotential". Es sei wichtig, die nötige Infrastruktur zu schaffen - so wie in Rosbach geschehen. Auf dieser Grundlage könnten sich Elektrofahrzeuge zum alltagstauglichen Fortbewegungsmittel entwickeln.

"Derzeit gibt es lediglich vom Bewegungsradius her eine Einschränkung", erklärte auch Konzernsprecher Alexander Zell. Ansonsten seien die Elektromobile nicht nur Umwelt-, sondern auch wartungsfreundlicher als Fahrzeuge mit herkömmlichen Motoren: "Benzin- und Dieselmotor bestehen aus 200 Bauteilen, der Elektromotor aus vier." Entsprechend gering seien die Instandhaltungs- und Wartungskosten. "Hier haben wir die klassische Lösung für einen Zweitwagen."

Und einen Tipp hatte er noch: "Viele der konventionell betriebenen Fahrzeuge können auf Elektroantrieb umgebaut werden."

Quelle: Wetterauer Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare