Alle Varianten diskutieren, sich nichts verbauen

Rosbach v.d.H. (sky). Ein voll besetzter Saal in der Wasserburg signalisierte Stadtverordnetenvorsteherin Regina Karehnke, dass ihre Einladung zur Bürgerversammlung auf breites Interesse gestoßen war. Südumgehung, Kinderhaus und das Baugebiet Sang waren nur einige der Themen, zu denen Bürgermeister Detlef Brechtel Stellung nahm.

Darüber hinaus ging es um den Ausbau des Radwegenetzes Friedberg-Köppern sowie die Planungen zum Bau eines P+M-Parkplatzes (Parken und Mitfahren) an der B 455. Planungsvarianten zur Gestaltung des Neubaugebietes Obergärten II erläuterte Nina Späth vom Planungsbüro.

"Seit zehn Jahren sind wir schon hinterher, damit der Fahrrad- und Fußweg von Friedberg nach Köppern endlich kommt", berichtete der Rathauschef. Alle seien sich zwar über dessen Notwendigkeit einig, doch bisher sei der Ausbau immer an dem Argument gescheitert, dass der Weg an der Autobahnbrücke unterbrochen werden müsste, weil die Durchfahrt dort zu eng sei. "Dann hatten wir das Glück, dass sich die Brücke als marode herausstellte", berichtete Brechtel. Bei den Planungen für einen Brückenneubau spricht er sich nun für eine Gesamtlösung aus, bei der alle Anforderungen an eine sinnvoll gestaltete Autobahnauffahrt bedacht werden.

So will er den Radweg genauso berücksichtigt wissen wie bessere Einfädelmöglichkeiten auf der Autobahn selbst. Auch das immer wieder diskutierte "vierte Ohr" der Autobahnauffahrt, über das Pkw-Fahrer kreuzungsfrei in Richtung Kassel abbiegen könnten, wurde wieder aufgegriffen. Des weiteren fordert Brechtel einen P+M-Parkplatz an der B 455 etwa in Höhe der Ampel am Beinhardshof. "Die Begeisterung bei Verkehrsminister Posch hielt sich allerdings in Grenzen", räumte Brechtel ein. Das Land müsse schließlich sparen. Dennoch beharrt der Bürgermeister auf seinen Vorschlägen: "Das ist eine einmalige Chance. Wenn wir die verpassen, laufen die Entscheidungen an Rosbach vorbei." Er hoffe, auch die Friedberger Gremien mit ins Boot zu bekommen, und dass der Bund sich möglicherweise an der Finanzierung beteilige. "Selbst wenn der Radweg noch in den Sternen stehen sollte, müssen wir ihn beim Neubau der Brücke unbedingt berücksichtigen."

Letztes, und für viele Anwesende wichtigstes Thema war die Gestaltung des Neubaugebietes Obergärten II. Im letzten Jahr hatte die Stadt für etwa eine halbe Million Euro Gesamtinvestition das Areal des ehemaligen Tennis-Centers erworben, um es in Bauland umzuwandeln und weiterzuverkaufen.

Zusammen mit den angrenzenden, noch unbebauten Flächen sowie den Fußball- und Tennisplätzen des Sportvereins geht es in den Planungen um rund 14 Hektar Fläche. Acht bis zehn Hektar kommen derzeit als Baufläche in Frage.

Nina Späth vom Planungsbüro erläuterte Planungs-Varianten, von der gänzlichen Verlagerung der Sportstätten an einen anderen Ort bis hin zum Neuzuschnitt an Ort und Stelle, damit die Vereinbarkeit von Sportstätten und Wohngebiet gewährleistet sei. Für den 900 Mitglieder starken SV, der kürzlich erst erhebliche Fördergelder für Platzrenovierungen und Anbauten zugesagt bekommen hatte, soll sich aber sowohl an der Lage als auch am Zuschnitt der Sportanlagen nichts ändern. Alle diesbezüglichen Überlegungen wurden vom Vorsitzenden Edgar Merten abgelehnt. Ein Argument: "Die Nähe zu Wohngebieten begünstigt insbesondere die Jugendarbeit, die sich im Aufwind befindet."

Ein Raunen ging durch den Saal, als Bürgermeister Brechtel erläuterte, warum er die Verlagerung zugunsten einer Wohnbebauung mit etwas Skepsis sieht: "Teile des Fußball-Rasenplatzes liegen auf einer ehemaligen Mülldeponie. Wir wissen nicht, was da noch auf uns zukommen könnte." Außerdem müsse eine Lösung auch finanzierbar sein. Auch Bedenken bezüglich der Vermarktung der Baugrundstücke wurden laut. Jetzt werden sich die städtischen Gremien mit den Thema weiter zu befassen haben. Brechtel sagte: "Wir müssen alle Varianten diskutieren, damit wir uns für die Zukunft nichts verbauen."

Quelle: Wetterauer Zeitung

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