Da war die Schwanenfamilie im Rockenberger Naturschutzgebiet "Hölle" noch vollzählig. Inzwischen sind es nur noch zwei Jungtiere. FOTO: DR. HUBERTUS HIPKE
+
Da war die Schwanenfamilie im Rockenberger Naturschutzgebiet "Hölle" noch vollzählig. Inzwischen sind es nur noch zwei Jungtiere. FOTO: DR. HUBERTUS HIPKE

Tote Jungschwäne in der "Hölle"

  • vonred Redaktion
    schließen

Rockenberg(pm/dab). "Schwan in Not", schallte es am Abend aus dem Handy des Ortsbeauftragten für Vogelschutz, Jürgen Hutfiels. Die Anruferin war eine Rockenbergerin, die verletzte Schwäne am Teich des Naturschutzgebiets "Hölle" in Rockenberg meldete.

Gemeinsam mit Dr. Hubertus Hipke, der die "Hölle" wie seine Westentasche kennt, machte sich Hutfiels auf den Weg. Am Ufer des Teichs fanden die beiden einen Kadaver, der dort schon seit einigen Tagen zu liegen schien.

Keine Verletzungen

Die Hinweise einer Spaziergängerin führten zu einem weiteren Jungschwan, der - ohne äußere Verletzungen - bewegungslos im Schilf lag. Die beiden Tierschützer trugen das Tier, das keine Anstalten machte, sich zu wehren, in den Teich. Dort verhielt sich das Tier völlig unbeschwert, wie Hutfiels berichtet. Es schlug mit den Flügeln und gründelte - so nennt man das Vornüberkippen unter anderem von Schwänen, um am Grund eines Gewässers nach Nahrung zu suchen. Am folgenden Morgen aber fand Hipke auch diesen Schwan tot vor. Inzwischen ist die Schwanenfamilie, die ursprünglich aus zwei Elterntieren und fünf Jungschwänen bestand, noch weiter geschrumpft. Denn auch ein drittes Jungtier ist nicht mehr aufgetaucht. Die restliche Familie hat sich auf die Wetter zurückgezogen.

Woran die Rockenberger Schwäne gestorben sind, wird nicht untersucht, sagt Walter Schmidt. Er ist Funktionsbeamter für Naturschutz bei Forstamt Nidda und auch für die Rockenberg "Hölle" zuständig. Jedes Jahr würden Jungtiere sterben, "das ist ganz normal in der Natur", besonders in trockenen Jahren.

Weit verbreitet

Die Gründe seien unterschiedlich, am häufigsten seien die Todesfälle auf Räuber oder Krankheiten zurückzuführen. Räuber seien in diesem Fall wohl auszuschließen, weil die Jungschwäne keine äußeren Verletzungen aufwiesen. Wie auch die Untersuchung von Gänsen, Kiebitzen und Blesshühnern in diesem Jahr gezeigt habe, seien Kokzidien eine häufige Todesursache, erklärt Schmidt. Das sind Einzeller, die parasitisch leben und vorwiegend den Magen-Darm-Trakt befallen. "Kokzidien sind in der Natur ganz, ganz weit verbreitet", erläutert Schmidt. "Falls alle Tiere hatten in der Jugend mal Kokzidien. Bei geschwächten Tieren führen sie zum Tode."

Quelle: Wetterauer Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare