Anstaltsleiter Klaus Ernst (v. l.) und Bürgermeister Manfred Wetz im Gespräch mit Staatssekretär Thomas Metz.
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Anstaltsleiter Klaus Ernst (v. l.) und Bürgermeister Manfred Wetz im Gespräch mit Staatssekretär Thomas Metz.

Ausstellung über Anne Frank in der JVA

Rockenberg (pm). Eine in Berlin konzipierte Wanderausstellung hat in der JVA Rockenberg Einzug gehalten. Inhaftierte betätigen sich als Besucher-Guide.

Die Lebensgeschichte von Anne Frank bewegt Menschen auf der ganzen Welt bis heute. Diese Geschichte aber in einer Justizvollzugsanstalt jungen Gefangenen zu zeigen, mag zunächst ungewöhnlich anmuten. Und dennoch gibt es ganz aktuelle Verbindungen bis in unsere Tage. Politischer oder religiöser Extremismus, Radikalität oder auch Antisemitismus sind nicht zu übersehende Erscheinungen in der Gesellschaft. Die speziell für junge Menschen konzipierte Ausstellung des Anne-Frank-Zentrums in Berlin greift diese Verbindung auf und konfrontiert junge Menschen mit den schrecklichen, zerstörerischen Folgen, die eine extremistische Einstellung haben kann. Jetzt ist die Wanderausstellung in der JVA Rockenberg zu sehen.

Durch das Tagebuch von Anne Frank ist für die Nachwelt festgehalten, was es bedeutet, wenn Menschen ausgegrenzt, verfolgt, gedemütigt, mit dem Tode bedroht werden und sterben müssen, nur weil sie einer anderen Religion angehören. »Die Tagebücher der Anne Frank gewähren uns einen Einblick, wohin eine extremistische Ideologie, die ihren Ausdruck unter anderem im Rassenwahn fand, führte. Das traurige Schicksal von Anne Frank, die in Frankfurt in behüteten Verhältnissen aufwuchs, wird in der Ausstellung erfahrbar«, so Staatssekretär Thomas Metz bei der Eröffnung.

Gefangene als Besucher-Guide

Die Ausstellung zeichnet das Leben der Anne Frank nach. Ihre persönliche Geschichte ist verwoben mit der Geschichte des Nationalsozialismus, der Judenverfolgung und des Zweiten Weltkriegs. »Der Lebens- und Leidensweg von Anne Frank schlägt die Brücke in die Gegenwart. Junge Menschen unserer Tage können in der sehr anschaulich aufbereiteten Ausstellung nachverfolgen, was es bedeutet, wenn Menschen ausgegrenzt werden und unter Verfolgung zu leiden haben«, hob Thomas Metz hervor.

In der JVA Rockenberg werden die jungen Inhaftierten durch Mitarbeiter des Anne- Frank-Zentrums zu Ausstellungsbegleitern, sogenannten Peer Guides, ausgebildet. Sie führen die Besucher durch die Ausstellung und sprechen mit ihnen über die Themen der Ausstellung. »Damit haben die Inhaftierten die Chance, sich mit den Themen der Ausstellung wie Verfolgung oder Rassismus auseinanderzusetzen«, so Staatssekretär Metz.

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