Amtswechsel in der Justizvollzugsanstalt

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Rockenberg(pm). Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat den langjährigen Leiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rockenberg, Klaus Ernst, in den Ruhestand verabschiedet. Nachfolgerin Stephanie Schmid ist die erste Frau an der Spitze der Anstalt. Aber: Von den 16 Justizvollzugsanstalten in Hessen haben nun acht eine Leiterin.

Kühne-Hörmann dankte dem bisherigen Leiter für seine geleistete Arbeit. Ernst, als Seiteneinsteiger in die Justiz gekommen, habe in über drei Jahrzehnten den Jugendstrafvollzug mitgeprägt. Dieser habe sich erheblich verändert: "Der Resozialisierungsgedanke hat zwar immer die Arbeit im Vollzug bestimmt, aber was genau unter Resozialisierung zu verstehen ist, unterlag im Laufe der Jahrzehnte durchaus dem Zeitgeist." Wer heute als Jugendlicher in den Strafvollzug komme, könne sicher sein, eine zweite Chance zu erhalten. "Das macht humanen und auf Resozialisierung ausgerichteten Vollzug aus, und den haben Sie mit Herz und Seele gelebt", sagte die Justizministerin.

Die Zeit hinter Gittern soll gleichwohl keine freundliche Erfahrung sein. Im Gegenteil: Der Strafvollzug zwinge viele, sich zum ersten Mal in ihrem Leben mit sich selbst, mit ihrer Tat und mit ihrem künftigen Leben auseinanderzusetzen. "Die Inhaftierten von heute sind unsere Nachbarn von morgen. Deshalb arbeiten wir daran, dass der Strafvollzug nicht der End-, sondern der Wendepunkt im Leben der Gefangenen ist", sagte Kühne-Hörmann. Für diese Aufgabe brauche es Persönlichkeiten wie Ernst, die einen langen Atem hätten, die sich nicht von Misserfolgen abschrecken ließen.

Der "Knastmarathon", die Zusammenarbeit mit der Sepp-Herberger-Stiftung oder Kunstprojekte hätten in Rockenberg Maßstäbe gesetzt. Ernst habe immer darauf Wert gelegt, die Arbeit hinter den Mauern auch für die Außenwelt transparent zu machen. Eine von ihm ermöglichte Dokumentation über das Thema Migration und Strafvollzug aus dem Jahr 2017 habe über 1,1 Millionen Aufrufe bei Youtube.

Stephanie Schmid war zuletzt stellvertretende Leiterin der Anstalt in Weiterstadt. Sie betrete als erste Frau an der Spitze der JVA Rockenberg Neuland, sagte Kühne-Hörmann. Die Herausforderungen des Strafvollzuges änderten sich sehr schnell. "Aggressivere Inhaftierte und neue Kriminalitätsfelder mit entsprechenden Täterprofilen werden den Alltag prägen", prognostizierte die Justizministerin. Dafür wünschte sie Schmid viel Erfolg und das notwendige Fingerspitzengefühl.

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