Bald kein Karneval mehr im Weckesheimer Bürgerhaus?

Reichelsheim (chh). Ob die Weckesheimer auch in Zukunft Veranstaltungen wie Karneval oder Weihnachten im Bürgerhaus feiern können, ist ungewiss.

Der Grund: Das älteste der sechs Reichelsheimer Bürgerhäuser weist gravierende Mängel beim Brandschutz auf. Daher hat Bürgermeister Bertin Bischofsberger in der Stadtverordnetenversammlung am Montag ein Sanierungskonzept vorgestellt. Im Zuge der Erteilung der Konzession für die Wirtschaft im Jahr 2009 konnte die Bauaufsichtsbehörde laut Bürgermeister Bertin Bischofsberger keine Stellungnahme abgeben, da ein schlüssiges Brandsch utzkonzept fehlte. Der Wetteraukreis habe daraufhin geraten, einen Bauantrag zur brandschutztechnischen Sanierung einschließlich eines Brandschutzkonzepts vorzulegen.

"Derzeit wird das Bürgerhaus als Versammlungsstätte ausschließlich auf meine Verantwortung betrieben. Andernfalls hätten wir es schließen müssen", erklärte der Rathauschef. Um das Bürgerhaus weiter betreiben zu können, müssten diverse Brandschutzmaßnahmen ergriffen werden, darunter der Einbau einer Unterdecke und einer Lüftungsanlage, das Anlegen von Flucht- und Rettungswegen sowie die Erneuerung der elektrischen Anlage.

Bevor saniert werden kann, müssen die Parlamentarier jedoch Grundsätzliches entscheiden: Soll das Bürgerhaus wie bisher für Großveranstaltungen mit über 200 Personen genutzt werden können, oder ist der zukünftige Raumbedarf geringer? Sollten die Stadtverordneten zu dem Schluss kommen, dass das Gebäude in Zukunft keine Versammlungsstätte mehr sein soll, wären die Baukosten wesentlich niedriger, erklärte Bischofsberger. Dann jedoch dürften sich nicht mehr als 199 Personen im Bürgerhaus aufhalten. Wenn das Gebäude Versammlungsstätte bleiben soll, koste der Umbau rund 850 000 Euro.

Der Magistrat beantragte, Fachplaner zu beauftragen und 48 000 Euro aus dem Haushalt für die Planungskosten bereitzustellen. Zur weiteren Beratung sollte der Antrag in den Bau- und Verkehrs- sowie den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen werden. Rainer Schauermann von der SPD machte deutlich, dass sich seine Fraktion für den Erhalt des Bürgerhausers als Versammlungsstätte stark machen werde. Darüber hinaus kritisierte er den vom Bürgermeister vorgelegten Finanzierungsvorschlag. Der sieht unter anderem vor, das Gebäude im Hainweg zu verkaufen, in dem die Sozialstation Wetterau zu Hause ist. "Ich sehe hier großen Diskussionsbedarf im Finanzausschuss", sagte Schauermann.

Daher werde seine Fraktion auch zustimmen, die Vorlage in die Ausschüsse zu verweisen. Fachplaner zu beauftragen und dafür Mittel bereitzustellen lehnte seine Fraktion jedoch ab, genauso wie die Grünen und die FWG.

Anders die CDU. "Natürlich muss man sich die Frage stellen, wie die Nutzung in fünf bis zehn Jahren aussieht", sagte Holger Hachenburger. Zudem müsse geprüft werden, "welche Leichen in den Kellern der anderen Bürgerhäuser liegen". Der Christdemokrat plädierte dafür, die Planer direkt zu beauftragen, damit sich die Ausschüsse mit konkreten Vorschlägen beschäftigen könnten. Doch daraus wurde nichts, die Mehrheit von SPD und Grünen setze sich durch, die FWG-Fraktion schloss sich an: Die Vorlage geht in die Ausschüsse, Planer werden noch nicht beauftragt.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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