Kalter Markt zieht wieder Besuchermassen nach Ortenberg

Ortenberg (kai). Der Kalte Markt ist und bleibt ein Besuchermagnet. Genau dies machte die 745. Auflage des traditionsreichsten Marktgeschehens in Oberhessen am Wochenende wieder deutlich.

Menschenmassen schlängelten sich an den rund 400 Verkaufsständen in der Ortenberger Innenstadt vorbei. Automassen standen auf den Parkplätzen rund um die Stadt, am Sonntagnachmittag ging fast nichts mehr beim Parken. Im Radio gab’s den Rat, mit Bussen zum Kalten Markt zu fahren.

Fröhlich und freundlich ging’s mitten im Marktgeschehen zu. Wer den letzten Sonntag im Oktober in Ortenberg verbringt, der weiß, dass er geduldig sein muss. Überall trafen sich Besucher zum Plausch und natürlich zum Einkauf. Alles, was das Herz begehrt, ist hier im Angebot: Wurst, Käse, Obst, Einlegesohlen für den Winter, Seifen, Haushaltsgeräte von der Pfanne bis zur Reibe, vom Milch-Aufschäumer bis zur Plätzchenausstechform, Gewürze, wärmende Unterwäsche, Strümpfe, Hemden, Hüte, Shirts mit witzigen Aufschriften für Kinder und Erwachsene, Süßigkeiten von Mohrenköpfen bis saure Gummibärchen, gebrannte Mandeln, Popcorn, Waffeln.

Mit Holzspaltern, Traktoren, Gartengeräten, Toren, Öfen, Leitern, Gartenhütten und vielem mehr warben die Händler auf dem Areal vor dem Händlerzelt um Kundschaft. Und immer gibt’s wieder was Neues zu entdecken, in diesem Jahr fielen besonders die individuell steckbaren Lampenschirme auf. Zum Feiern gab’s ein buntes Programm, wie immer das hübsche Schaustellergelände mitten in der Stadt. Ein echter Hingucker war das Festzelt im Almhüttenstil fast komplett aus Holz mit großem Balkon.

Kulinarisch hat das Traditionsfest weit mehr als Bratwurst, Haxen, Pommes und Nierenspieße zu bieten: echt oberhessische Beulches ("das Beste, was aus einer Kartoffel werden kann"), Knoblauchbrot, Nudelspezialitäten, Asiatisches sowie Genuss aus der Wetterau, beispielsweise Spezialitäten der Lamm- und Landgenuss-Gastwirte. Mehr als zwei Stunden steckte eine junge Frau im Schafskostüm, um die Besucher auf das erste LIFE-Projekt in Hessen aufmerksam zu machen.

Die kleinen Kalte-Markt-Gäste streichelten das riesige Schaf, derweil warb dieses bei Eltern und Großeltern für den Genuss aus der Region, mit dem man auch Naturschutz betreiben kann: Schaffleisch essen, denn die Schäfer lassen ihre Tiere auf Hüte-Wiesen weiden, die den Magerrasen erhalten. Sogar via Lautsprecher wies Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring auf dieses Angebot hin. "Genießen Sie Ortenberg und kommen Sie wieder", rief sie durchs Mikrofon. Klar doch, nächstes Jahr ist ja wieder Kalter Markt.

200 000 Besucher angepeilt

Marktmeister Erhard Zahn meldet sich am Montagvormittag gut gelaunt am Telefon. Der Kalte Markt ist am Wochenende also gut gelaufen. "Hervorragend, sehr, sehr gut", bestätigt Zahn. Am Samstag habe der Betrieb zwar spät angefangen, aber gegen Abend "war alles proppevoll – die Straßen, der Festplatz, das Zelt". Der Zuspruch sei am Sonntag "für mein Dafürhalten etwas weniger" gewesen. Dennoch waren gegen Mittag "alle Parkplätze dicht". Im Radio ließen die Veranstalter durchsagen, dass die Besucher besser öffentliche Verkehrsmittel nutzen sollen, "und das hat gut funktioniert".

Der rege Zuspruch habe auch am Wetter gelegen: "Am Samstag war es supergut, wenn auch kein typisches Kalte-Markt-Wetter mit Minusgraden", lacht der Marktmeister. In der Nacht zum Sonntag habe es dann ein bisschen geregnet, "aber Hauptsache, es war tagsüber trocken". Was die Besucherzahlen angeht, wird das gute Ergebnis von 2010 mit 220 000 Gästen nicht erreicht werden. Zahn rechnet diesmal mit 200 000 – "wenn es am Montag und Dienstag gut läuft".

Heute ist der Markt noch von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Ab 14 Uhr ist Familientag mit ermäßigten Preisen bei fast allen Fahr- und Vergnügungsgeschäften, Imbiss-, Getränke- und Süsswarenständen im Vergnügungspark. (dab)

Quelle: Wetterauer Zeitung

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