Ponydame "Lotte" feiert ihren 40. Geburtstag

Ober-Mörlen (hau). Aus dem Ober-Mörler Ortsbild ist "Lotte" nicht wegzudenken. Stets freundlich und selbstbewusst ist die kleine weiße Ponylady bekannt wie ein bunter Hund und macht jedem Freude, der sie erlebt - sei es als Reitpony oder als Zugpferdchen. Am 1. Januar konnte "Lotte" ihren 40. Geburtstag feiern und das in erstaunlicher Fitness für ein derart betagtes Shetland-Islandpony.

An welchem Tag genau ihr Pony geboren wurde, kann seine Besitzerin Janina Burk nicht mit Gewissheit sagen. Vor 20 Jahren nahm die Familie der heute frisch gebackenen Tierärztin das kleine Pferdchen unter ihre Obhut. Nach Zeitzeugenberichten aus Rosbach, wo "Lotte" einst lebte, konnte aber ihr Geburtsjahr festgestellt werden. Der Festtag selbst wurde dann auf den 30. April gelegt. Da Pferde aber immer am 1. Januar als ein Jahr älter eingestuft werden, konnte am Neujahrstag auf das Wohl eines Pferdchens angestoßen werden, das eines der ältesten weit und breit sein dürfte.

Als "Lotte" zu den Burks kam, war sie mit ihren 20 Jahren schon relativ alt und litt zudem unter chronischer Hufrehe, einer Krankheit mit eigentlich schlechter Prognose. Durch viel Bewegung, angepasstes Futter und gezielten Weidegang bekam man die Rehe in den Griff, und "Lotte" wurde putzmunter. Ihrer blutjungen Besitzerin und vielen Kindern im Dorf hat die Ponydame seither das Reiten beigebracht und schmackhaft gemacht, und auch Janinas Eltern machte sie fit für den Umgang mit eigenen Pferden.

Im Hufumdrehen gewinnt "Lotte" bis heute jedes Herz durch ihr freundliches und zuverlässiges Wesen, durch Fleiß und Zuverlässigkeit. Als Allrounder hat sich das gerade einmal 1,10 Meter große Pony bewährt beim Dressur- und Springreiten, bei Rallyes und Turnieren bis hin zum Vereinsmeister im Ober-Mörler Reit- und Fahrverein ebenso wie bei Vorführungen mit zirzensischen Lektionen. Sicheren Schrittes trägt die kleine Lady auch heute noch junge Reiter oder zieht die kleine Kutsche, die sie auch schon als "Rentier" vor dem Nikolausschlitten durch Ober-Mörlens Gassen zog.

Blickfang war "Lotte" bei ungezählten Umzügen oder beim "Skijöring" für Inlineskater. So gut sich das liebenswürdige und oft zum Scherzen aufgelegte Pony auch mit Mensch und Tier verträgt, beispielsweise seit vielen Jahren mit ihrem Bruder "Banjo", einem riesigen schwarzen Friesen, so heilig ist ihm seine Weide. Hier möchte die selbstbewusste Dame ihre Ruhe haben. Wenn es allerdings um die Arbeit geht, kennt "Lotte" keine Schonung. Nach wie vor ist sie stets von dem Ehrgeiz beseelt, in einer Gruppe die Schnellste zu sein - was in ihrem Alter allerdings auch die Gefahr der Überlastung birgt.

Von einer lebensbedrohlichen Erkrankung vor zwei Jahren hat sich die weiße Lady nach intensiver Pflege und einem kurzen Klinikaufenthalt in Gießen dank ihrer Zähigkeit blendend erholt. Dass ihre Besitzerin nun auf dem besten Weg ist, Fachtierärztin für Pferde zu werden, dürfte nicht zuletzt auch dem Impuls jenes charakterstarken Ponys zugeschrieben werden, das sie seit ihrer Kindheit begleitet.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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