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Das Sportgelände In den Mühlwiesen soll aufgewertet werden, aktuell ist die Bewässerung das größte Problem.

Bauausschuss Ober-Mörlen

Brunnen und Zisterne für Sportgeländebewässerung denkbar

  • VonAnnette Hausmanns
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Die vergangenen trockenen Jahre machen das Bewässungsproblem in den Ober-Mörler Mühlwiesen deutlich. Nun empfiehlt der Bauausschuss ein Maßnahmenpaket für Sportgeländebewässerung.

Nach dem Sozialausschuss am Montag war auch die Sitzung des parlamentarischen Ausschusses für Bau, Verkehr und Umwelt am Dienstag überdurchschnittlich gut von Politikern aller Fraktionen besucht - ein frischer Wind zum Einstieg in die neue Legislaturperiode.

Ausschussvorsitzender Holger Reuss (CDU) erhielt großes Lob für die detaillierte Vorbereitung der Sitzung mit einem Schwerpunkt auf den Möglichkeiten der Sportgelände-Bewässerung unter Verzicht auf Trinkwasser. Die vergangenen trockenen Jahre trieben das Rasenproblem »In den Mühlwiesen« auf die Spitze.

Zisterne aus verschidenen Quellen speisen

Wie Reuss erläuterte, seien pro Beregnung auf einem Naturrasenplatz, je nach Bodenbeschaffenheit, rund 100 Kubikmeter Wasser erforderlich. Seine Präsentation zeigte die Vorteile einer Zisterne, die aus verschiedenen Quellen gespeist und mit einer Beregnungsanlage verbunden werden könnte.

Auch ein Brunnenbau könne sinnvoll sein. Regenwasserabläufe vom Gebäudedach könnten eventuell über Filter zugeführt werden. Die regelmäßige Rasenpflege mit Wässern, Mähen, Düngen und Auflockern gehöre unbedingt in ein mögliches Maßnahmenpaket, um das vor wenigen Jahren sanierte Gelände in Schuss zu halten.

Brunnenbohrung vielversprechender

Achim Glockengießer (SPD) eröffnete die konstruktive Diskussion mit der Anmerkung, dass seine Fraktion das ursprüngliche Ansinnen, das im Bau befindliche Rückhaltebecken jenseits der Usa möglicherweise für eine Bewässerung zu nutzen, nicht mehr verfolge.

Die Wasserqualität sei dafür nur bedingt tauglich. Wie man bei einem Fachmann in Erfahrung gebracht habe, sei eine Brunnenbohrung in Sportplatznähe vielversprechend, weil das Terrain in der Talsohle liege. Probebohrungen fänden in der Regel im Herbst statt.

Werde man fündig, fuhr Glockengießer fort, könne der Brunnen ad hoc aus der Probebohrung entwickelt werden. Gut zu überlegen sei der Standort, womöglich zentral zwischen den beiden Spielfeldern. Ein gutes Gefühl gebe auch, dass man das Wasser ja nicht verbrauche, sondern über der Fläche verriesele.

Bürgermeisterin Kristina Paulenz (SPD) bestätigte, dass eine Brunnenbohrung nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde kein Problem sei. Die Entnahme von Wasser aus der Usa oder der Fauerbach hingegen sei verboten, informierte sie.

Dacheindeckung mit Eternitplatten

Stefan Schraub (FWG) warf in den Meinungsaustausch ein, dass das Sportlerheimdach mit Eternitplatten belegt sei. Eine Verwendung des Dachflächenwassers halte er wegen der möglichen Inhaltsstoffe für bedenklich, sie sei zumindest genau zu prüfen.

Wie Jürgen König (CDU) anmerkte, möge man die Zisterne groß genug denken, um für eine Beregnung genügend Wasser entnehmen und nicht nach der Hälfte aufhören zu müssen. Auch als Löschwasserreservoir für die Feuerwehr sei eine solche Anlage im Ernstfall von Vorteil.

Klaus Spieler und Raimund Frank (beide Grüne) erinnerten daran, sich als »Klimakommune« um Fördermittel zu kümmern, die Abwendung von der Bewässerung mit Trinkwasser sei ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz.

Einstimmig für Beschlussempfehlung

Holger Reuss hatte die Prüfung von Fördermöglichkeiten auch in die ausformulierte Beschlussempfehlung fürs Gemeindeparlament aufgenommen und auf die »Klimaanpassungsmaßname gemäß hessischer Klimarichtlinie zur Trinkwassereinsparung« hingewiesen.

Die vom Ausschuss am Ende einstimmig befürwortete Beschlussempfehlung beinhaltet die Prüfung vom Bau eines Brunnens und einer Zisterne unter Berücksichtigung der Zulauf- und Verteilungsmöglichkeiten.

Mit der Planung der Maßnahmen würde der Gemeindevorstand beauftragt werden, er hätte die Ergebnisse der Gemeindevertretung zur Umsetzungsfreigabe vorzulegen. Hinweis: Im Haushalt wurden 30 000 Euro für das Projekt eingestellt.

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