Zurück in der Basilika

  • vonUdo Dickenberger
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Niddatal-Ilbenstadt (udo). Es ist so weit: Die Restaurierung der Onymus-Orgel ist abgeschlossen. In der Basilika erfolgte die Abnahme der Orgelrestaurierung. Es war ein großer Tag, auf den viele lange gewartet hatten. Geplant war ein Wiedereinweihungskonzert in der Vorweihnachtszeit, doch der Einbau der Pfeifen hatte sich zuletzt verzögert.

Diözesankirchenmusikdirektor Lutz Brenner dankte der Pfarrei für ihr Durchhaltevermögen und begrüßte die Orgelsachverständigen Krystian Skoczowski, Thomas Wilhelm und Achim Seip. Pfarrer Bernd Richardt schloss sich an, blickte auf das Restaurierungsprojekt zurück und hieß den Geschäftsführer der Orgelbaufirma Förster und Nicolaus in Lich, Martin Müller, die Vorsitzenden des Orgelfördervereins, Dr. Wolfgang Maus und Reinhard Schwarz, den Basilika-Organisten Rainer Walter sowie die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Simon Schulmeier und Herbert Hantl willkommen.

Stück für Stück zurück

Christine Kunz-Weiß hatte das Prospekt der Orgel restauriert. Am 24. April sollen die Orgelweihe mit Bischof Dr. Peter Kohlgraf und ein Konzert stattfinden.

Nach Jahren der Vorplanung des Orgelprojektes, des Beantragens von Fördergeldern und des Sammelns von Spenden konnte vor bald drei Jahren mit dem Abbau und der Renovierung der Onymus-Orgel von 1735 begonnen werden. In den vergangenen Monaten ist die Orgel wieder Stück für Stück und Pfeife für Pfeife nach Ilbenstadt zurückgekehrt, nachdem in der Zwischenzeit auch noch das Prospekt restauriert worden ist. Ein neuer Zimbel- stern wurde installiert, der Klangschalen ertönen lässt, deren Tonhöhe mit dem Geläut der Glocken abgestimmt ist. In den vergangenen Wochen wurden die Pfeifen intoniert, also in die richtige Stimmung gebracht. Die Onymus-Orgel hat auf zwei Manualen und Pedal 30 Register und litt stark unter dem Verschleiß alter Teile und dem Einbau neuer Teile, der 1970 nach den damaligen Vorstellungen erfolgte. Vom Frühjahr 2018 an wurde die Orgel im Rahmen der aktuellen Sanierung zerlegt. Experten sagten, die Onymus-Orgel werde sich nach der Restaurierung »in jedem Falle anders anhören«, doch wisse keiner genau, wie. Während des Umbaus ersetzte in den Gottesdiensten ein Continuo, das im Vierungsbereich steht, die Onymus-Orgel.

Durch Mittel des Orgelfördervereins, des Bundes, des Landesamtes für Denkmalschutz in Wiesbaden und des Bischöflichen Ordinariats in Mainz wurden die für die Restaurierung erforderlichen Mittel in Höhe von 500 000 Euro beinahe aufgebracht. Vor wenigen Tagen konnte die Firma Förster und Nicolaus aus Lich die Arbeiten abschließen.

Das Publikum durfte sich an dem neuen Klang der Orgel erfreuen. Thomas Wilhelm spielte eine Chaconne, eine Variationsform im Dreiertakt, bei der die Orgel vielseitig zum Einsatz kam und das Gebläse gefordert wurde. Coronabedingt konnten immer nur maximal drei Personen auf der Empore und in der Orgel sein. Für alle anderen war genügend Platz in der Basilika, um das Werk zu bewundern.

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