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Bürgerpreis für Norberth Deforth

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Der Bürgerpreis für sein Lebenswerk gehört eigentlich der ganzen Theatergruppe Assenheim. Seit 42 Jahren ist Norbert Deforth deren Gesamtleiter. Er hat aber noch viel mehr ehrenamtlich geleistet.

Alleine kann man gar nichts schaffen«, ist Norbert Deforth überzeugt. Nur gemeinsam geht es. Deshalb gehört sein Bürgerpreis eigentlich der ganzen Theatergruppe Assenheim (TGAss). Seit 42 Jahren engagiert sich Deforth als Gesamtleiter für diese kreative Truppe aus Assenheim, die mittlerweile kleine und große Bühnen mit professionell inszenierten Musicals und Theaterstücken füllt.

Deforth hat den Bürgerpreis in der Kategorie »Lebenswerk« bekommen. Die Auszeichnung würdigt sein umfassendes ehrenamtliches Engagement in Sportvereinen und vor allem seine langjährige Funktion als Präsident des Verbandes Hessischer Amateurtheater (BDAT). Fast 12 Jahre hat er dem Präsidium vorgestanden, den Verband modernisiert und viel Lobbyarbeit geleistet.

Im Verband sind etwa 250 Amateurbühnen aus ganz Hessen organisiert. Anfangs waren es 172. Mit seinem Engagement und neue Ideen hat Deforth den Verband zusammen mit seinen Mitstreitern zu einem der drittgrößten in Deutschland gemacht.

Der BDAT will den Spielbetrieb der Vereine fördern, das Amateurtheater stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit rücken und unterschiedliche Hilfen für die Amateurbühnen geben. »Der Verband schafft Hilfestellungen und lässt die Bühnen nicht allein«, erläutert Deforth.

Zunächst hat er als Präsident die Geschäftsordnung modernisiert, viel Lobbyarbeit beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geleistet, sich beim Dachverband in Berlin engagiert und schließlich die Einrichtung einer mobilen Bühne vorangetrieben. Jetzt gibt es das Hessenensemble, das aus Mitgliedern verschiedener Bühnen besteht und - wie der Name schon sagt - hessenweit auftritt. Außerdem hat Deforth das Seniorentheater und das hessische Jugendensemble mit aufgebaut. »Das Ehrenamt ist immens wichtig«, sagt er.

Deforths Hauptanliegen ist die Vernetzung des Verbandes. Die unterschiedlichen Bühnen sollen sich gegenseitig aushelfen; mit Kulissen, Kostümen, Rat und Tat. »Daher werden immer wieder unterschiedliche professionelle Workshops angeboten, die »die Amateurbühnen günstig besuchen können«, wie Deforth erklärt.

Davon profitieren immer wieder Mitglieder der Theatergruppe Assenheim. Die Kinder- und Jugendarbeit steht für Deforth klar im Vordergrund. »Alle sollen bei uns das Gefühl haben: Hier kann ich hinkommen und kreativ sein«, sagt Deforth. Das bedeutet, jeder kann etwas seinen Neigungen entsprechend finden: Schauspiel, Gesang, Bühnenbild, Beleuchtung oder Regie. Letztere hat Deforth sehr lange für die TGAss gemacht, aber abgegeben, da er »nicht überall sein kann.« In der Jugendarbeit ist er weiter für die Regie der Stücke zuständig, »damit das Fundament stimmt.«

So ist es auch gekommen, dass die Theatergruppe Assenheim Schülerpraktikanten und sogenannte »Bufdis« einstellt. Auch Studierende bekommen Praktikumsplätze.

Seine Leidenschaft für das Theater hat auf die Familie abgefärbt. Frau und Kinder haben immer mitgezogen und mitgemacht, mittlerweile steht Deforth mit seinen Enkeln auf der Bühne. Das funktionierte teilweise im Lockdown dank Deforths Ideen zu digitalen Aufführungen: Es wurde fortwährend per Zoom geprobt und schließlich auch »aufgetreten«. Jedes (Kinder)-Zimmer wurde zur Bühne; schlussendlich gemeinsam gestreamt.

Deforth hatte durch die Pandemie mehr als sonst zu tun, da neue Konzepte her mussten: »Ich habe keinen Tag Urlaub gemacht. Das ging einfach nicht.«

Als Belastung hat er das aber nicht empfunden. Im Gegenteil: »Das Theater hat mich jung gehalten«.

So engagiert er sich seit 42 Jahren als Gesamtleiter für die Theatergruppe. Was als relativ kleinen Idee für den Kindergarten der eigenen Töchter begann, hat sich zu einem beachtlichen Kulturprojekt in der Wetterau entwickelt.

Einige Aufgaben hat er bereits auf »jüngere Schultern« verteilt, viel von seinem Wissen weiter gegeben. »Wenn ich jetzt gehen würde, würde es laufen.«

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