Riedmühlstraßen-Anwohner fordern Grünfläche

Karben (jas). Auf großes Interesse stieß die jüngste Sitzung des Petterweiler Ortsbeirates. Mehr als 40 Bürger waren in das Albert-Schäfer-Haus gekommen, um den Beratungen des Gremiums mit Ortsvorsteher Willi Börstler an der Spitze zu folgen und sich an der Diskussion zu beteiligen. Stark vertreten waren vor allem die Anwohner der Riedmühlstraße

. Der Grund: Rainer Knak, Ortsbeiratsmitglied und Sprecher der Karbener Grünen, hatte in einem Antrag die Petterweiler Ortsbeiräte dazu aufgerufen, "ein deutliches Zeichen gegen die Bestrebungen des Magistrats" zu setzen, "die nördliche Riedmühlstraße zuzubauen".

Die Aufgabe der Bebauungspläne und die Einhaltung des seit Mitte Oktober gültigen neuen Regionalen Flächennutzungsplanes (RegFNP) fordern auch die Mitglieder der Bürgerinitiative "Kein Baugebiet Riedmühlstraße" seit einiger Zeit mit Nachdruck. "Im neuen Flächennutzungsplan ist dieses Gebiet als "Vorranggebiet Regionaler Grünzug" "Vorranggebiet für Natur und Landschaft", "Vorbehaltsgebiet für besondere Klimafunktionen" und "Vorbehaltsfläche für vorbeugenden Hochwasserschutz" eingeordnet", informierte Knak. "Alles wichtige Funktionen", stellte der Politiker fest.

"Eine intakte Natur mit all ihrer Artenvielfalt kann im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet nur eine Chance haben, wenn wichtige Flächen – wie Bachauen – im Verbund mit anderen Flächen ein zusammenhängendes Ganzes bilden." Diese Belange dürfe man nicht durch kurzfristige Entwicklungsziele und monetäre Interessen einzelner Kommunen vernachlässigen. "Deswegen treten die Grünen für die Einhaltung des Flächennutzungsplanes in der Riedmühlstraße ein", erklärte Knak.

Dafür machte sich auch Gabi Leverenz von der Bürgerinitiative stark. Es sei unehrenhaft vonseiten der Stadt, die Fakten nicht zu beachten und einfach weiter Steuergelder für Gutachten und Planungen auszugeben. "Es steht fest: Dort darf nicht gebaut werden", betonte Leverenz, die mit ihren Mitstreitern bereits 200 Unterschriften gegen eine Bebauung gesammelt hat. "Ich habe nicht geprüft, ob der neue Flächennutzungsplan dort Bebauung zulässt, doch den Wunsch, dort zu bauen, gibt es", sagte Christian Stewens (CDU).

"Der Stadt den Vorwurf zu machen, eigenes Vermögen verkaufen zu wollen, um den Haushalt zu konsolidieren, ist nicht richtig." Eine klare Aussage zum Thema Bebauung gab es am Abend nicht. Die Ortsbeiräte einigten sich darauf, bei einer Begehung im Frühjahr das Thema in der Riedmühlstraße erneut aufzugreifen.

Ebenfalls bei einem Rundgang durch den Karbener Stadtteil will das Gremium zwei weitere Themen von Donnerstagabend erneut diskutieren. Dabei geht es zum einen um den Kreuzungsbereich Alte Heerstraße/Sauerbornstraße. In einem Antrag hatte Knak darum gebeten, die Parkplatzsituation sowie die für Autofahrer eingeschränkte Sicht durch Litfaßsäule und Falschparker einmal näher zu betrachten. "Dürfen hinter der Linde überhaupt Autos parken?", fragte er. Ein weiteres Problem: Es wird zu schnell gefahren. Börstler nahm die Kreuzung als Punkt für die Ortsbegehung auf. "Wir sehen uns die Ecke an und entscheiden dann, wie wir weiter verfahren."

So soll auch in Sachen einer Tempo-30-Einführung für die Alte Heerstraße vorgegangen werden. In einem Antrag war darum gebeten worden, die Geschwindigkeit für die Durchfahrtsstraße auf Tempo 30 zu beschränken. Durch die Erschütterungen weise das denkmalgeschützte Haus in der Alten Heerstraße 13 bereits Schäden auf. "Es ist sicher eine gute Idee, die denkmalgeschützte Substanz vor dem Verfall bewahren zu wollen", sagte Stewens. Ob allerdings eine uneingeschränkte 30er-Zone für die Straße möglich sei, sei fraglich.

Einigung erzielten die Ortsbeiräte bei der Straßenbenennung für das Neubaugebiet Alter Sportplatz. Nachdem für das Stück zwischen Aussiedlerhof und Robert-Blum-Anlage zunächst die Straßennamen "Auf der Diestelwiese" oder "An der Heidengasse" angedacht waren, folgten die Mandatsträger schließlich der Bitte von Anwohnern der Rodheimer Straße 24. Schon mehrmals habe er seine Adresse ändern müssen und immer wieder die Stadt darum gebeten, Rücksicht zu nehmen, sagte der Petterweiler. "Wir wohnen nicht nur dort, sondern haben auch unser Geschäft da. Und es ist ein erheblicher Aufwand, wenn die Adresse sich ändert." Er bat darum, dies zu berücksichtigen und die Bezeichnung Rodheimer Straße zu übernehmen. Die Ortsbeiräte erklärten sich damit einverstanden.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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