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Putzen für die ersten Gäste

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Es wird rund ums Naturfreundehaus geschrubbt, gereinigt und angepackt. Denn zur ersten Öffnung nach zwei Jahren soll nach dem Willen der Naturfreunde (von links) Hans-Joachim Thun, Andreas Riesner und Oliver Schmidt alles ordentlich und gemütlich sein. © Jürgen W. Niehoff

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause sind die Naturfreunde Karben voll Tatendrang: Am Sonntag öffnen sie ihr Haus.

Wir haben all die Monate immer auf ein schnelles Aufheben der Corona-Beschränkungen gehofft, doch mussten am Ende all unsere Hoffnung und Wünsche immer wieder hinter den staatlichen Anordnungen zurückstecken«, sagt der Vereinsvorsitzende der Karbener Naturfreunde Hans-Joachim Thun. Für das Gespräch unterbricht er seinen freiwilligen Putzdienst wenige Tage vor der Wiedereröffnung des Karbener Naturfreundehauses.

Erste Öffnung am Sonntag, 1. Mai

»Wir haben zwischenzeitlich sogar Wanderungen in die Natur angeboten, denn sanfter Tourismus und Umweltschutz ist ja gerade das Ziel unseres Verbandes«, berichtet sein Vorstandskollege Peter Barowski. »Doch das Interesse war sehr gering.« Er habe eine Wanderung zum Erkennen von Vogelstimmen angeboten. Gekommen seien dann jedoch nur zwei Personen, die zudem auch noch absolute Fachleute waren. Mit all den Einschränkungen und Terminstreichungen soll es jetzt vorbei seien. Deshalb bringen Naturfreunde ihr Vereinsheim, das in der Vergangenheit im Sommer stets ein beliebtes und deshalb auch gut besuchtes Ausflugsziel nicht nur für Karbener gewesen ist, wieder auf Vordermann. »Im Haus steht eine Generalreinigung an. Darüber hinaus wird der Sanitärbereich von einer Fachfirma gereinigt und auch in der Küche müssen Fachleute ran«, klagt Barowski. Dabei sei die Thekenkühlung erst vor zwei Jahren neu angeschafft worden. »Das hat damals schon 1500 Euro gekostet und stellt unseren Verein nun nach zwei Jahren ohne Einnahmen vor echte Probleme«, ergänzt Thun. Der Verein habe aber ein fast noch größeres Problem. »Wir brauchen nämlich dringend helfende Hände - egal ob als Vereinsmitglieder oder nur aus Freude an der Sache«, ergänzt Vorstandsmitglied Oliver Schmidt. Derzeit habe der Verein 68 zahlende Mitglieder. Davon seien allerdings lediglich zwölf bis 14 aktiv.

Es fehlen helfende Hände

»Was wir wirklich ganz dringend brauchen, sind entweder Spenden oder aktive Mithilfe«, sagt Thun und er erklärt warum: Ab dem 1. Mai werde das Vereinsheim im Sommer wieder jeden Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet sein. Angeboten werden neben Getränken auch Gegrilltes. Und deshalb müssten zur Bewirtschaftung an jedem Sonntag zwei Personen bereitstehen.

Darüber hinaus habe mit der Ankündigung, dass die »Hütte« wieder öffnet, die Nachfrage nach Reservierung des Vereinsheims für private Feste sofort schlagartig zugenommen. »Wir sind jetzt schon bis Mitte Juli voll ausgebucht«, verkündet Barowski. Dabei zeigen sich allerdings Sorgenfalten auf seiner Stirn. »Weil wir zu wenig Helfer haben, können wir zurzeit nur eine Reservierung pro Woche annehmen. Dabei könnten wir mit mehr Vermietungen unsere Vereinskasse wieder ein wenig auffüllen«. Für die Wiedereröffnung am Sonntag, 1. Mai, haben die Naturfreunde deshalb schon den Angelsportverein Okarben mit ins Boot geholt.

Trotz aller Personalsorgen hat der Naturfreunde-Vorstand die Planung für das ganze Jahr schon veröffentlicht. Als nächstes wird an Christi Himmelfahrt (Vatertag) am Donnerstag, am 26.Mai, rund um die Hütte groß gefeiert. Ebenso ist für Samstag, 25. Juni, die traditionelle Sonnenwendfeier vorgesehen.

Angedacht sei auch eine Wiederholung einer »Irish-Night« im Herbst. Die letzte Irish-Night-Party im Jahr 2019 sei so gut besucht gewesen, dass Besucher aus Parkplatzmangel sogar ihre Fahrzeuge im Gewerbegebiet jenseits der B 3 abstellen mussten.

Weitere Angebote wie Wanderungen oder Kulturveranstaltungen sind für dieses Jahr noch nicht geplant. »Zum einen fehlen uns die Leute, die so etwas mit durchziehen und zum anderen schwebt über allem noch das Damoklesschwert ›Corona‹.« Sollten im Herbst wieder Einschränkungen angeordnet werden, wären alle Vorbereitungsarbeiten dafür umsonst gewesen, gibt Thun zu Bedenken.

Dann nimmt er wieder den Besen, um den Frühjahrsputz und das Vorbereiten für die Gäste der Mai-Feier zu vollenden. Die Naturfreunde hoffen auf den Wunsch der Menschen nach Gemeinschaft und dass darüber weitere Aktive und Spender für die Ideale der Naturfreunde gewonnen werden können.

Spenden sind nötig

Die Umweltorganisation mit ihren 550 Ortsgruppen und 66 000 Mitgliedern hat es in über 125 Jahren geschafft, 400 Naturfreundehäuser in Deutschland zu bauen. Um eines dieser Häuser in Karben erhalten zu können, werden dringend Helfer gesucht, die Freizeit für den Verein und die Allgemeinheit einbringen können. Auch Spenden seien jederzeit willkommen, Konto bei der Volksbank Mittelhessen DE48 5139 0000 0088 9227 00. Stichwort »NaturFreundehaus«. Der Verein ist berechtigt Spendenbescheinigungen auszustellen. jwn

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