Pfarrer Werner Giesler feiert 25-jähriges Ordinariatsjubiläum

Karben (cf). In der St.-Michaelis-Gemeinde führt seit einem Vierteljahrhundert kein Weg an ihm vorbei. Pfarrer Werner Giesler taufte in 25 Jahren rund 700 Kinder, traute 200 Paare, konfirmierte 800 Jugendliche und beerdigte 450 Gemeindemitglieder. Er begleitete als Seelsorger Menschen in größter Not, spendete Trost, teilte ihre Freude mit ihnen.

"In der Seelsorge und in der Jugendarbeit setzte er die Schwerpunkte seiner Arbeit. Sein Markenzeichen: Er mischt sich ein. Er engagiert sich, weil er glaubt, dass Christentum viel mit sozialem Engagement zu tun hat", sagte Dr. Ulrich Kussmaul. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes von St. Michaelis hielt beim Empfang im Gemeindehaus die Festansprache.

Zuvor hatten Gemeindemitglieder und Gäste das 25-jährige Ordinariatsjubiläum von Pfarrer Giesler mit einem Festgottesdienst gefeiert. Der Kirchenchor unter Leitung von Martin Bauersfeld gratulierte mit drei Liedern, die im Sommer 2010 gegründete Jugendgruppe steuerte eine Aufführung bei. "Wir haben die Lesung aufgeführt, die beschreibt, wie Jesus über das Wasser ging", berichten die drei Mädchen und zwei Jungen. Isabelle Habusta, Laura Rosanowski, Johannes Heinzelmann (alle 15), David Lazar und Carolin Halsch (beide 14) gehören zu den 800 Jugendlichen, die Pfarrer Giesler in ihrem Glauben bestärkte. Seit ihrer Konfirmation im vergangenen Jahr treffen sich die fünf jeden Donnerstag um 20 Uhr im Jugendraum, um gemeinsam etwas zu unternehmen.

Dekan Michael Schlösser blickte in seinem Grußwort auf die Amtszeit von Pfarrer Giesler in Klein-Karben zurück. "Es ist außergewöhnlich, dass ein Pfarrer so lange in einer Gemeinde ist", sagte der Dekan. Giesler trat am 1. Januar 1986 sein Amt an und wurde am 19. Januar 1986 als Vikar zur Anstellung im Pfarrdienst ordiniert. Damals wie heute steht der Kirchenvorstand einstimmig hinter dem Geistlichen. Vor zwei Jahren, als Giesler entsprechend dem Kirchenrecht zum zweiten Mal bilanziert, sprich in seinem Amt bestätigt werden musste, weil er länger als zehn Jahre in Klein-Karben ist, wiederholte der Kirchenvorstand seine vor 25 Jahren erstmals getroffene Entscheidung einstimmig. Kussmaul überreichte Giesler im Namen des Kirchenvorstandes ein symbolträchtiges Geschenk: Einen Apfelbaum der Sorte Berlepsch samt eines Beutels Biokompost. "Um Früchte zu tragen, muss dieser Apfelbaum mit spiritueller Nahrung versorgt werden", sagte der Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Wie diese bei entsprechender Pflege aussehen, verdeutlichte die Apfeldekoration. In den 25 Jahren seiner Amtszeit sei es dem Pfarrer trotz aller Stürme gelungen, Wurzeln zu schlagen, neue Triebe und Äpfel in Form von zahlreichen Veranstaltungen in der evangelischen Gemeinde erblühen zu lassen.

Zu ihnen gehörten das Osterfeuer auf dem Günter-Reutzel-Parkplatz mit Osterfrühstück, Familiengottesdienste, der im November stattfindende Gottesdienst zum Thema Frieden in der Welt und die Reihe "Konzerte in der Kirche". Für diese sei Ute Giesler vor 20 Jahren Ideengeberin und kräftiger Motor gewesen. Sie habe ihren Mann in den 25 Jahren stets unterstützt, wofür ihr der Kirchenvorstand mit einem Blumenstrauß dankte.

Der Okarbener Pfarrer Eckart Dautenheimer überreichte seinem Kollegen einen Stab, den dieser einst in einem Konfirmandenseminar selbst gebastelt hatte. Bei dem zweiten symbolträchtigen Geschenk handelt es sich, wie in der Jakobsgeschichte beschrieben, um einen Wander- wie auch Kampfstab. "Ich schätze an Werner Giesler besonders seine Kooperationsfähigkeit und seinen Kampfgeist", betonte Dautenheimer bei der Übergabe. Bürgermeister Guido Rahn sagte: "Ein Pfarrer muss zuhören, der Gemeinde dienen und Bodenhaftung behalten." Er wünschte Giesler viel Erfolg und informierte, dass er dem Wunsch des Pfarrers entsprochen und einen Betrag für die Jugendarbeit überwiesen habe. Der Ortsvorsteher von Klein-Karben, Reinhard Wortmann, steuerte einen Scheck für die Jugendarbeit bei.

Giesler bedankte sich mit einem Zitat von Konrad Adenauer bei den Gratulanten: "Ich wusste gar nicht, dass ich ein so guter Mensch bin. Aber es tut gut." Er betonte, "unser Pfarrhaus ist ein offenes Haus, was für meine Kinder nicht immer so einfach war. Ohne euch hätte ich das nicht geschafft", dankte er seiner Familie.

Erika Schade, zuständig für die Bewirtung im Gemeindehaus, lud alle in Gedichtform "Manfreds Bratwürste sind die besten" zum kulinarischen Teil des Empfangs ein.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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