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T-Shirts aus, Kappen vom Kopf: Friedlich, feierlich toben sich die Besucher am Wochenende vor den Bühnen beim 13. Karben Open Air auf dem Jukuz-Gelände aus.

13. Karben Open Air

So lief das Karben Open Air

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Das Musikfestival Karben Open Air wird von Jahr zu Jahr beliebter. 4500 Gäste sind an drei Tagen zum Fest mit familiärem Flair aufs Gelände rund ums Jukuz am Selzerbrunnen geströmt. Eindrücke von einem Besuch.

Die ausgelassene Partylaune ist spürbar. Viele Fans genießen bei Apfelwein aus der Wetterau oder Bier in Plastikbechern die sommerlichen Temperaturen. Die erlauben es, auch auf einer Picknickdecke auf dem Boden zu sitzen, barfuß zu tanzen und viel tätowierte Haut zu zeigen.

Bereits zum 13. Mal lockt Karben Open Air (KOA). Das Festival wird immer beliebter, das bestätigt Anika Heimann vom Veranstaltungs-Team. Ausgestattet mit Head-Set und guter Laune, hat sie eine positive Botschaft parat. "Am Freitag standen wir kurz vor dem Ausverkauf. Es waren nur noch 15 Tickets übrig. Heute am Samstag, sind wir total ausverkauft", sagt sie. Als Gründe dafür nennt sie den guten Griff bei den Bands. 100 hatten sich beworben, 34 wurden ausgewählt, und die vielen "Wiederkehrer".

Jo Halbig ist der Frontmann der "Killerpilze".

Nebenbei erzählt Heimann, dass die Fans mit der weitesten Anreise aus Kiew in der Ukraine kommen. Auch die Zahlen, die sie nennt, sind beeindruckend. Den insgesamt 4500 Besuchern an drei Tagen stehen 140 Helfer, die Organisations-Crew, Sanitäter und Feuerwehrleute gegenüber. "Wir kochen für 300 Leute", sagt Heimann und macht deutlich, dass nach dem Festival vor dem Festival ist. Außer einer dreiwöchigen Pause für das nächste große Event in Karben beträgt die Vorlaufzeit nahezu ein Jahr.

Karben Open Air 2019: "Killerpilze" als Highlight

Routine ist bei der Mammutaufgabe hilfreich, denn "viele Bands kennen wir über Jahre". Sie geben eine gute Mischung aus Punk, Rock, Pop, Melodic Hardcore oder Hip-Hop. Eine gute Kooperation besteht zur Stadt. Die Veranstaltungsfirma "Satis & Fy" übernimmt Beleuchtung, Bühnenaufbau und Ton.

Während Heimann spricht, wird es plötzlich richtig laut. Die "Killerpilze" rocken die Bühne. Die Fans singen lautstark mit, schwingen T-Shirts und Baseball-Mützen durch die Luft. Trotz ihres 15. Bandjubiläums zeigten die Musiker, dass sie auch in diesem Festival-Sommer nichts von ihrem Punk-Ethos eingebüßt haben.

Michael, Jochen und Martin sind aus Frankfurt angereist. Sie schätzen das überschaubare, stressfreie Festivalgelände. "Wir suchten eine Alternative zu dem Festival im Taubertal, das wir jahrelang besuchten", erzählen sie. "Wir sind mit der S-Bahn nach Karben gereist, also CO2-neutral", verrät Jochen.

Mittlerweile haben sich nicht nur Menschenmengen vor den Bühnen versammelt, sondern auch eine Menschenschlange vor dem Veggie-Mobil von Birgit Jung aus Waldems, wo es die begehrten Chips aus Süßkartoffeln gibt. Kurz vor dem Auftrittsende der Killerpilze werden laute Zugaberufe skandiert. Die Menge wiegt sich im Takt.

Karben Open Air 2019: Ordnungsamt misst Lautstärke

Wer gerade in keine hausgemachte Dinkelwaffel aus der Wetterau beißt, der reißt im Rhythmus des Songs die Hände nach oben. "Die Bands sind cool und verbreiten eine gute Atmosphäre. Wir sind hier, weil wir gerne Bier und Äppler trinken", sagt Alex, der in Karben aufgewachsen ist und heute in Marburg lebt. Wie er verrät, vermisst er eine Döner-Bude auf dem Gelände. "Ich treffe viele Leute, die ich noch von früher kenne und kann hier ein bisschen Heimatluft schnuppern", sagt Benni.

Inzwischen bereiten "Dog eat Dog" ihren Auftritt vor und bieten einen Mix aus Hardcore-Punk, Heavy Metal und Hip-Hop. 1994 gelang der Band aus New Jersey mit dem Album "Al Boro Kings" der Durchbruch. Dichtes Gedränge zeigte sich auch vor dieser Bühne. Damit der Geräuschpegel immer im vorgeschriebenen gesetzlichen Rahmen bleibt, nimmt das Ordnungsamt Lärmmessungen, in Abstimmung mit der Bad Vilbeler Polizei.

Aufmerksamkeit fanden Info-Stände von "Kein Bock auf Nazis", einer Organisation aus Berlin oder der Antifaschistischen Bildungsinitiative.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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