Hochspezialisierter Weltmarktführer im Gewerbegebiet

Karben (pe). Seine alljährliche Sommertour hat der stellvertretende hessische Ministerpräsident und Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) bei der Firma Elmotec Statomat im Karbener Gewerbegebiet begonnen.

Jedes Jahr im Sommer bereist der Liberale gemeinsam mit etlichen Parteimitgliedern aus Kreis und Stadt seinen Heimatkreis, um sich vor Ort über die mittelständische Wirtschaft, aber auch besondere Einrichtungen zu informieren. Der Bad Vilbeler startete in seiner Nachbarstadt Karben beim Weltmarktführer für Sondermaschinen und Anlagen zur Herstellung von Elektromotoren.

Zunächst unternahm die Delegation einen Rundgang durch die Produktionsstätten des in der Max-Planck-Straße gelegenen Betriebes. Geführt von den beiden Geschäftsführern Dieter Kleinschmidt und Sadik Sadiku besichtigten neben dem stellvertretenden Ministerpräsidenten auch die Wetterauer FDP-Vorsitzende Elke Sommermeyer, der Karbener Ortsvorsitzende Oliver Feyl, der stellvertretende Vilbeler Ortsvorsitzende Raimo Biere, der FDP-Regionalbeauftragte für Rhein-Main, Torsten Kutzner, und weitere Liberale die Produktionshallen, ehe es zum Gespräch in den Konferenzraum ging.

Wie Hahn dort sagte, wolle er sich jährlich darüber informieren, wie es den kleinen mittelständischen Unternehmen gehe. Kleinschmidt gab zunächst einen kurzen Überblick über die Historie des 1949 gegründeten Unternehmens Statomat und des 1992 gegründeten Unternehmens Elmotec und die 1998 erfolgte Übernahme von Statomat durch Elmotec. Es gebe nur eine handvoll Unternehmen auf der ganzen Welt, die auf diesem Markt tätig seien, inzwischen sei man Weltmarktführer, betonte Kleinschmidt, der den Mitgliedern der Liberalen-Delegation deutlich machte, dass sein Hightech-Unternehmen zu 85 Prozent vom Export abhängig sei. Entsprechend anfällig sei man für die Finanz- und Weltwirtschaftskrise 2008/2009 gewesen, als man 40 Prozent weniger Umsatz habe verzeichnen müssen. Er beklagte, dass von den Banken "keinerlei Hilfe gekommen" sei, geholfen habe dagegen die vom Gesetzgeber ermöglichte Kurzarbeit. Man habe zudem viel Geld in die Entwicklung gesteckt. Während der Krisenzeit sei der Geschäftsführung empfohlen worden, die Hälfte der Mitarbeiter zu entlassen. "Das haben wir nicht getan. Wir haben alle Mitarbeiter behalten, denn sie sind unser Kapital.

" Rückblickend sei dies die richtige Entscheidung gewesen, denn die hochspezialisierten und gut ausgebildeten Ingenieure seien dem Unternehmen erhalten geblieben, als die Auftragslage im vergangenen Jahr plötzlich wieder angezogen habe. Heute sei man "mit Aufträgen regelrecht zugedeckt". Man sei "Haus- und Hoflieferant der Firma Siemens" und produziere im chinesischen Werk Weiße Ware für die Firma Whirlpool, informierte Kleinschmidt weiter. Aus China sei auch der "Anschub zum Aufschwung für sein Unternehmen gekommen". Im weiteren Verlauf des Gesprächs ging es um die Themen Ausbildung und Nachwuchsförderung. Hahn wollte wissen, ob das Karbener Unternehmen etwa mit der Fachhochschule Friedberg zusammenarbeite und wie es seinen Nachwuchs rekrutiere. Dazu antworteten Kleinschmidt und Sadiku, dass man vier Auszubildende eingestellt habe und mit der FH zusammenarbeite. Dorthin habe man einen direkten Kontakt und mitgeteilt, dass man für Diplom-Arbeiten offen sei. Von der FH Friedberg gebe es zudem zwei Praktikanten im Werk. Insgesamt sei es auf dem Markt aber schwer, weil beispielsweise große Unternehmen "oft ganze Jahrgänge wegschnappen" und die jungen Leute zudem eher den Weg zu den Großunternehmen gingen als zu einem mittelständischen Betrieb.

Dabei habe man in den vergangenen zehn Jahren bis auf einen sämtliche im Werk ausgebildeten Lehrlinge übernommen, betonten die beiden Geschäftsführer. Zudem habe man ohnehin wenig Fluktuation. In zehn Jahren habe es nur zwei Wechsel gegeben. "Bei uns werden die Beschäftigten alt", so Kleinschmidt und Sadiku abschließend, bevor sie die FDP-Delegation verabschiedeten.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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