Gaststätte im Bürgerhaus Okarben steht leer

Karben (pe). Wer im Bürgerhaus Okarben ein Schnitzel essen oder ein Bier trinken will, steht seit Beginn des Jahres vor verschlossenen Türen. Pächter Gerhard Wolz hat seinen Vertrag gekündigt und übernimmt mit seiner Frau Angelika das Bürgerhaus in Wölfersheim-Södel. Nun stehen die Gasträume der Bürgerstube in Okarben leer.

Karben (pe). Wer im Bürgerhaus Okarben ein Schnitzel essen oder ein Bier trinken will, steht seit Beginn des Jahres vor verschlossenen Türen. Pächter Gerhard Wolz hat seinen Vertrag gekündigt und übernimmt mit seiner Frau Angelika das Bürgerhaus in Wölfersheim-Södel. Nun stehen die Gasträume der Bürgerstube in Okarben leer.

Nach Angaben der die Bürgerhäuser jetzt verwaltenden Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) beziehungsweise des Kommunalen Immobilienmanagements (KIM) habe man einen "sehr ernsthaften Bewerber", der jetzt in einer der Nachbarstädte ein Lokal betreibt, so Geschäftsführer Volker Busch. "Wir schauen uns den Bewerber sehr genau an, denn wir sind an einer langfristigen Lösung interessiert", so Bürgermeister Guido Rahn.

Schon seit einigen Monaten schien das Verhältnis zwischen dem Pächter der Bürgerhaus-Gaststätte und der Stadt getrübt.

Wolz hatte bereits vor vielen Jahren die Gaststätte im Bürgerhaus Okarben bewirtschaftet, nach eigenen Angaben zehn Jahre, und war vom damaligen Bürgermeister Detlev Engel im Februar 2001 in die Gaststätte im Bürgerzentrum "geholt" worden, verließ diese aber nach Meinungsverschiedenheiten bereits im Dezember 2002 wieder und bewirtschaftete danach das "Deutsche Haus". Vor drei Jahren kam das Ehepaar Wolz wieder zur Stadt zurück, wieder ins Bürgerhaus Okarben. Rahn: "Der Wirt hatte fünf Standortwechsel in zehn Jahren. Zuviel."

Ein "Knackpunkt" für die neuerliche Kündigung scheint, dass Wolz den Kollegraum des Bürgerhauses in alleiniger Verantwortung hatte nutzen wollen, also für Familienfeiern, Gesellschaften oder zu bestimmten Festen. Das hatte ihm die Stadt aber nicht erlaubt. Busch: "Er musste die Nutzung dieses Raumes mit der Stadt absprechen." Die Stadt vermietet diesen Raum an Vereine, dort ist auch der Altenclub, es tagt der Ortsbeirat, und auch für politische Veranstaltungen oder Vereinsabende ist dieser Raum schon häufig genutzt worden.

Rahn indes sieht den Zwist um diesen Raum nur als "vorgeschobenen Grund". Der Wirt sei "einfach unzufrieden" gewesen und er habe "offenbar näher an seinem Wohnort eine Gaststätte bewirtschaften wollen". Laut Rahn hat der Wirt zwar das Kolleg genutzt, dafür aber keinerlei Gebühr entrichtet. Verärgert war die Stadt laut Rahn auch darüber, dass der Wirt bei der Informationsveranstaltung der Deutschen Bahn bezüglich des Main-Weser-Ausbaus keine Bedienung gestellt habe und die Gäste sich ihre Getränke aus der Gaststätte selbst hatten holen müssen.

Die Wirtsleute gaben gegenüber der WZ eine ganz andere Darstellung. Man habe "nach dem Wechsel im Rathaus Hoffnungen gehabt, dass die Missstände endlich beseitigt werden, aber es ist nichts geschehen", so Gerhard Wolz. Nach seinen Angaben hatte das Veterinäramt des Wetteraukreises verschiedene Beanstandungen gehabt: So sei eine Kohlensäure-Warnanlage für den Bierkeller vorgeschrieben, es sei der Biereinwurf moniert worden, zudem seien Auflagen für die Fallrohre am Fettabscheider gemacht worden. "Das alles hätte in Ordnung gebracht werden müssen. Darüber habe ich mit Herrn Rahn am 6. Mai gesprochen."

Was den Kollegraum angeht, so habe man der Stadt zugesagt, diesen auf eigene Kosten herzurichten mit neuen Gardinen, Pflanzen und dann die Tische einzudecken. Das habe die Stadt aber abgelehnt, so Angelika Wolz. Ihr Mann ergänzte, man habe mit der Stadt vertraglich vereinbart, wenn der Raum frei sei, könne man ihn für 20 Euro nutzen. Er habe die Mietschulden für diesen Raum "bewusst auflaufen lassen", um etwas zu bewegen, so Wolz. Er habe aber zugesichert, dass diese Schulden mit seinen Umlagen verrechnet werden könnten.

Und was die Bahn-Veranstaltung angeht, so habe man davon erst am selben Morgen erfahren. "So kurzfristig kann man für denselben Abend keine Bedienung mehr bekommen."

Für die Vereine im Stadtteil sieht Rahn aber keine Nachteile. Diese könnten bei Veranstaltungen selbst tätig werden oder für ein Catering sorgen.

Die Gaststätte soll nach Angaben des Bürgermeisters in den nächsten Wochen renoviert werden. Und sollten sich die Verhandlungen mit dem "sehr interessierten Wirt" zerschlagen, will man das Bürgerhaus-Lokal laut Busch öffentlich ausschreiben. Rahn kündigte an, dass man die Gaststätte "auf keinen Fall leer stehen lassen" wolle.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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