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Nadine Harendza (links) gehört zu den Friseuren, die von der behördlich verfügten Schließung der Salons betroffen sind. Sie hat den Salon von Doris Leidner (rechts) übernommen. Nun hat sie sich der neuen städtischen Plattform "Karben hilft seinen Gewerbetreibenden" angeschlossen. 

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Corona-Krise: Stadt Karben hilft dem Einzelhandel

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Eine Welle der Hilfsbereitschaft und eine Reihe von örtlichen Angeboten prägen die Zeit der Corona-Krise in Karben. Zu den bestehenden Beratungsangeboten von Kirchen, Vereinen und Stadt ist eine neue Initiative hinzugekommen: "Karben hilft seinen Gewerbetreibenden".

Eine richtige Eröffnungsfeier hat es für die Geschäfte in der neu erbauten Karbener Stadtmitte noch gar nicht gegeben. Kaum ein paar Tage geöffnet, mussten sie wegen der Corona-Krise auch schon wieder schließen. So etwa Simone Roßmus, die mit ihrem Wäschegeschäft gerade erst aus der Ladenzeile am Rathaus in die neue Stadtmitte umgezogen war. Ähnlich erging es dem neuen Eiscafe oder dem Fitness-Studio. Auch sämtliche Friseure in der Stadt mussten schließen, nicht nur der Salon in der neuen Stadtmitte.

Corona-Krise: Harte Lage auch für die Friseure

Zu den Betroffenen gehört Nadine Harendza, die seit Jahresbeginn den alteingesessenen Salon Leidner im Karbener Weg übernommen hat. "Das ist für mich natürlich auch eine blöde Lage. Aber wir müssen alle das Beste draus machen", sagt die Friseurin.

Hart ist die verfügte Schließung ebenso für die gastronomischen Betriebe. Wie auch die Einzelhändler haben sie sich einer von der Stadt initiierten Plattform angeschlossen. Sie trägt den Titel "Karben hilft seinen Gewerbetreibenden".

Dazu schreibt die Stadt: Durch die behördlich angeordnete Schließung stehen viele von heute auf morgen ohne Einnahmen da, aber mit weiterhin hohen Kosten. Bis die vielfältigen staatlichen Hilfen greifen, könne es noch dauern, und ob diese alle Ausfälle abdecken, sei derzeit gar nicht abzuschätzen.

Aber viele der Karbener Einzelhändler und Gastronomen hätten schnell und kreativ reagiert und einen telefonischen und kontaktlosen Lieferservice ins Leben gerufen. Weil das nicht nur eine "megagute Idee" sei, sondern allen hilft, diese besondere Zeit ohne größere Probleme zu überstehen, helfe auch die Stadt Karben, sagt Bürgermeister Guido Rahn.

So ist auf der Homepage der Stadt zunächst eine zentrale Übersicht erstellt worden, welche Angebote es derzeit in Karben gibt, wie man etwa an seine Pizza, an Bücher oder ein leckeres Essen kommt, obwohl das Geschäft eigentlich geschlossen hat.

Die Stadt habe darüber hinaus gemeinsam mit der "Optanium GmbH" aus Karben binnen weniger Tage für die Karbener Unternehmer eine zentrale Internetseite mit Bestellmöglichkeit erstellen lassen. Auf der Startseite der städtischen Homepage www.karben.de können Interessierte einfach den Button "Einkaufsforum" mit dem Einkaufswagen als Symbol anklicken. Auf dieser Plattform können Karbener Geschäfte und Unternehmen ihre Produkte bzw. Angebote kostenlos präsentieren, bewerben und auch gleich per Telefon oder E-Mail bestellen lassen.

Rahn: Nutzen Sie örtliche Angebote

Bürgermeister Rahn: "Dies ist zwar nur eine kleine Unterstützung, die wir als Stadt der lokalen Wirtschaft anbieten, aber ich denke, jede Hilfe ist in dieser Zeit wichtig." Bereits fast 20 Geschäfte - Lebensmittelhändler, Gastronomie, Frisör/Beauty, Bücher, etc. - sind zum Start der zentralen Plattform dabei.

Weitere interessierte Geschäftsleute können sich per Mail an info@karben.de oder unter Guido.Rahn@karben.de anmelden und werden dann über das weitere Vorgehen informiert.

Rahn: "Als Bürgermeister unserer Stadt ist es schön feststellen zu können, dass in Karben in Krisenzeiten die gegenseitige Unterstützung sehr groß ist, egal ob Einkaufshilfen für ältere Mitbürger/innen bzw. Risikogruppen oder ein kürzlich ins Leben gerufener Malwettbewerb für Kinder durch die Künstlerinitiative oder der Fahrservice für ältere Mitbürger/innen von Herz und Hand"

Daher an alle Karbener und Karbenerinnen die Bitte: "Unterstützen Sie unsere Karbener Geschäfte - Nutzen Sie dieses Angebot - Wir helfen damit unserem Einzelhandel, unseren Gaststätten und unseren lokalen Unternehmen und erhalten auch Arbeitsplätze vor Ort."

Corona-Krise: Nadine Harendza lobt die Stadt

Inzwischen haben sich laut Bürgermeister gut 20 kleinere Karbener Unternehmen und Einzelhändler schon eingetragen. Die Stadt werde jede mögliche Form der rechtlich zulässigen Unterstützung geben. "Eine ist die neue Plattform, welche wir im Internet und Social Media bewerben. Steuerstundungen und Herabsetzungen sind eine weitere Maßnahmen, und noch weitere werden folgen", kündigt Rahn an. Die Adresse der Plattform lautet: https://karben.stark.business.

Für Nadine Harendza eine gute Möglichkeit, sich zu präsentieren. Viele Kunden hätten auch schon angerufen. "Wir bieten unsere Produkte an. Die Kunden sagen, was sie brauchen und wir fahren ihnen die Waren nach Hause." Damit alles kontaktlos laufen könne, dafür habe sie gerade ein neues PayPal-Konto eingerichtet.

Die Friseurin bedankt sich bei der Stadt. "Ich finde es ganz toll, dass die Stadt uns hilft."

Corona-Krise: Vielfältige Hilfen

In der aktuellen Krisensituation gibt es in der Stadt Karben eine Reihe von Hilfsangeboten. So existiert eine Karbener Einzelhandelsplattform. Sowohl Rewe-Fuchs (zusammen mit der Stadt) als auch der Turnverein Petterweil und der Verein Herz und Hand kaufen für ältere Mitbürger und Risikogruppen ein bzw. haben einen Fahrdienst eingerichtet. Alle Karbener Pfarrer bieten seelsorgerische Gespräche in der Krise an. Wer Trost und Hilfe sucht, kann sich auch an die Sozialarbeiter und Sozialpädagogen des Fachbereichs Soziales, Senioren, Jugend, Kultur und Sport wenden. Sie haben das Karbener Hilfe-Telefon eingerichtet.

Unter der Rufnummer 0175//5993586 haben sie werktäglich von montags bis freitags von 10 bis 15 Uhr ein offenes Ohr für die Sorgen der Bevölkerung. 

Quelle: Wetterauer Zeitung

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