Katzen sind ein Schwerpunkt des Karbener Tierschutzvereins. Für sie möchte er, ebenso wie für andere Kleintiere, ein Gehege am Herbert-Wamser-Weg naher der Reitanlage errichten. FOTOS: DPA/PE
+
Katzen sind ein Schwerpunkt des Karbener Tierschutzvereins. Für sie möchte er, ebenso wie für andere Kleintiere, ein Gehege am Herbert-Wamser-Weg naher der Reitanlage errichten. FOTOS: DPA/PE

Tierschutz Karben

Auffangstation für Katzen geplant

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
    schließen

Auf einem Areal zwischen Burg-Gräfenrode und Groß-Karben will der Karbener Tierschutz seine Arbeit bündeln. Es soll unter anderem eine Auffangstation für heimatlose Tiere entstehen.

Was lange währt, wird endlich gut, würde der Volksmund sagen. Das trifft auf den Tierschutz Karben genau zu. Denn der Verein, seit acht Jahren in Karben und Umgebung tätig, hat bereits im März 2014 von der Stadt ein Grundstück gepachtet. Es liegt an der Auffahrt zur Reitanlage am Herbert-Wamser-Weg, quasi gegenüber dem Naturschutzgebiet am Ludwigsbrunnen.

Reiter und Tierschützer sind also schon lange Nachbarn. Während die Reiter den Hof aber aktiv betreiben, ist auf dem Grundstück der Tierschützer noch nichts los. Das hat seinen Grund. Denn erst Mitte Mai wurde das Gelände geräumt, der Untergrund geebnet und damit die Voraussetzung geschaffen, mit der Neugestaltung des Areals beginnen zu können.

Denn der Tierschutz hat dort einiges vor: Er will eine Auffangstation für Kleintiere bauen. Damit aber alles legal wird, muss die Stadt einen Bebauungsplan auf den Weg bringen. Das haben die Stadtverordneten jetzt, im Jahr 2020, getan. Sie beschlossen bei Enthaltung der Grünen die Aufstellung des B-Plans "Herbert-Wamser-Weg". Damit möchte die Stadt sowohl das Gelände des Reitvereins planerisch absichern, als auch den Tierschutz auf dem Gelände unterbringen. "Wenn der Plan Rechtskraft hat, wollen wir um das Gelände zunächst einen 1,80 Meter hohen Zaun ziehen", informiert Vorsitzende Christine Gredel. Sie zeigt auch, wo genau das passieren wird. "Die Ränder des Geländes bleiben unverändert und die Bäume bleiben stehen."

Man sei der Stadt für die Bereitstellung des Grundstücks nahe der Reitanlage sehr dankbar. Damit würden sich grundsätzliche Möglichkeiten eröffnen, die Tierschutzarbeit effizienter und vor allem für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer einfacher zu gestalten.

Außer dem Zaun sollen noch kleinere Bauten dort hinkommen, wo Fundtiere und verletzte Tiere unterkommen sollen. "Natürlich ging es bisher auch ohne", gibt Gredel zu. "Aber nur weil man immer wieder irgendwie eine Lösung gefunden hat."

Futterstation für verwilderte Katzen

Für die ehrenamtlichen Helfer, die über ganz Karben und die nähere Umgebung verteilt seien, sei das aber mühsam, mal schnell nach Bad Nauheim ins Tierheim fahren, oder vom Tierarzt zu erwarten, dass er ein Tier mehrere Tage bei sich behält, ein Fundtier aufnehmen, obwohl das eigene Tier das gar nicht mag. Hätte man aber eine feste Auffangstation, könnte man unnötige Transportwege in ein Tierheim sparen, das würde weniger Stress für Tiere und Menschen bedeuten.

"Wir können auf dem Gelände die frei lebenden Katzen durch eine sichere Zaunanlage bis zu einer Vermittlung gut halten und versorgen", erklärt Gredel. Das Problem mit den frei laufenden Katzen scheint ohnehin kein kleines zu sein: Es gebe etwa 60 frei lebende Katzen in der Karbener Gemarkung.

Der Tierschutz will auf seinem Gelände eine Futterstation für verwilderte, frei lebende Katzen errichten und verschiedene Gehege für die vorübergehende Unterbringung von Kleintieren oder Vögeln. Zudem wolle man eine großzügige Zwingereinrichtung mit einer gut isolierten und wetterfesten Hundehütte, um kurzfristig Fundhunde unterbringen zu können.

Gredel weiß, dass all das nicht ganz einfach und vor allem nicht ganz billig wird. Allein die Kosten für einen ordentlichen Zaun schätzt sie auf rund 12 000 Euro. Das aktualisierte Konzept für die Auffangstation will Gredel nun der Stadt vorlegen und dann sofort ans Spendensammmeln gehen. "Wir sind auf Sponsoren und Spenden angewiesen, ohne die der Tierschutz hier nicht möglich wäre", betont sie. "Denn wir finanzieren uns ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden."

Tierschützer suchen Helfer

Bis der Tierschutzverein Karben seine Auffangstation hat, dürfte noch einige Zeit vergehen. Bis dahin sucht er weiterhin Pflegestellen für Hunde und Katzen, ebenso katzenerfahrene Menschen für Vorkontrollen der zu vermittelnden Katzen. Gesucht werden laut Vorsitzender Christine Gredel auch flexible Helfer, möglichst mit Tagesfreizeit, für die Versorgung und Unterbringung von tierischen Notfällen sowie Fahrer zur Abholung von Sachspenden und Fahrten ins Tierheim nach Bad Nauheim. Melden können sich ebenso handwerklich und gärtnerisch begabte Helferinnen und Helfer zum Aufbau und zur Gestaltung des Grundstücks sowie zuverlässige Helfer für die Versorgung der dort später unterzubringenden Tiere.

"Treffpunkt für Interessierte, Aktive und solche, die er werden wollen", ist jeden ersten Mittwoch im Monat ab 18 Uhr in Okarben an der Untergasse 30A. pe

Quelle: Wetterauer Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare