AST-Verkehr nun mit zwei Karbener Taxi-Betrieben

Karben (pm). Beim Anrufsammeltaxi (AST) kommen jetzt zwei Karbener Taxiunternehmen zum Einsatz. Seit Beginn im Jahr 1998 fährt das Unternehmen Gaida den AST-Verkehr. Gaida hat seinen Sitz jetzt nach Karben verlegt. Seit 1. Januar bedient nun auch das Unternehmen "Karbener Taxi" zusätzlich den AST-Verkehr. Das Unternehmen hat im November seine Zentrale in das Gebäude am Bahnhof Groß-Karben verlegt.

Am Dienstag unterzeichneten die beiden Inhaber der Taxi-Unternehmen, Steffen Quodbach (Taxi Gaida) und Ilia Sabo (Karbener Taxi) sowie Bürgermeister Guido Rahn und Wirtschaftsdezernent Otmar Stein die neue Vereinbarung zum AST-Verkehr. "Für uns ist wichtig, beide große Taxi-Unternehmen in der Stadt am AST-Verkehr zu beteiligen", führt der Bürgermeister aus. "Außerdem haben wir ein Unternehmen direkt am Bahnhof, das dort schnell zum Einsatz kommen kann. Davon profitieren die Fahrgäste."

Bei den Fahrten von den Stadtteilen zum Bahnhof, die 30 Minuten vor Fahrtantritt angemeldet werden müssen, haben die Fahrgäste nun die Möglichkeit, sich zwischen beiden Unternehmen zu entscheiden. Beide Telefonnummern sind im Fahrplan dargestellt.

Für die Fahrt vom Bahnhof in die Stadtteile gibt es jedoch eine andere Regelung, die von allen Beteiligten vereinbart worden sei. Es kommt zuerst das erste Fahrzeug in der Reihe am Taxistand zum Einsatz. Hier bestehe keine freie Wahl zwischen den Unternehmen. "Es wird so funktionieren, wie an jedem anderen Taxistand auch. Das vorderste Taxi fährt als erstes, das ankommende Taxi stellt sich hinten an", so der Rathauschef. Hintergrund ist hier, dass beim Umstieg von der S-Bahn auf das AST keine telefonische Voranmeldung erforderlich ist. "Wir bitten die Fahrgäste, immer zunächst das erste Fahrzeug zu nutzen", so Rahn

Der AST-Verkehr ist ein Ersatz für den Linienbus. In nachfrageschwachen Zeiten ist er wesentlich günstiger als der Einsatz eines Linienbusses. Des weiteren werden die Fahrten, die im Fahrplan der Buslinien 7 und 26 abgebildet sind, nur dann durchgeführt, wenn eine Nachfrage besteht. Der AST-Verkehr kommt werktags ab 21.30 Uhr, samstags und sonntags ab 18.30 Uhr zum Einsatz. Die Fahrt von den Stadteilen muss zu den im Fahrplan stehenden Fahrzeiten vorher telefonisch bei den Taxi-Unternehmen angemeldet werden, da sie sonst entfällt. Der Einstieg erfolgt an den Bushaltestellen. Für die Fahrten vom Bahnhof entfällt die Voranmeldung, da hier der Taxi-Stand besteht und die Fahrzeuge bei den ankommenden S-Bahnen bis 1.30 Uhr warten, so die Erklärung aus dem Rathaus. Die Fahrgäste werden im AST-Verkehr bis vor die Haustür gefahren. Das erhöht das subjektive Sicherheitsgefühl vieler Fahrgäste. Für diesen besonderen Service erhebt die Stadt einen Komfortzuschlag in Höhe von zwei Euro je Fahrt und Fahrgast zusätzlich zum RMV-Fahrschein. Nach Angaben des Magistrats nutzen zwischen 10 000 und 13 000 Fahrgäste jährlich das AST-Angebot. Am Tag seien es zwischen 20 und 60 Fahrgäste.

Neben dem Freizeitverkehr spielt das AST auch im Berufsverkehr eine immer stärker werdende Rolle. In vielen Bereichen bestünden längere Arbeitsgleitzeiten und Schichtarbeitszeiten, wie etwa im Einzelhandel mit seinen gelockerten Öffnungszeiten.

Der AST-Verkehr sichere den Spätberufspendlern ein Weiterkommen in die Stadtteile. Eine umfassende ÖPNV-Versorgung auch in den Schwachverkehrszeiten sei für einen Wirtschafts- und Wohnstandort daher ein wichtiger Standortfaktor, um die Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen gewährleisten zu können, auch für diejenigen, die nicht auf den eigenen Pkw zurückgreifen können oder wollen.

Aufgrund ihres flexibleren Einsatzes haben sich AST-Verkehre vielerorts durchgesetzt. Zahlreiche Kleinstädte in der Region bieten AST-Verkehre an. Im Wetteraukreis war es 1998 die Stadt Karben, die als erste ein AST-Verkehr einführte. Heute gibt es dieses Angebot in Niddatal, Altenstadt und Büdingen.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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