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Ärger um Pflanzenschutz

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Der Waldkindergarten Matschepampe liegt idyllisch am Feldrand in Klein-Karben. © Jürgen W. Niehoff

Ärger um die Kita Matschepampe: Eine Mutter erzürnte sich, weil morgens, als Kinder vor den Flächen der Gemeinschaftsobstanlage Karben radelten, Bäume mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden.

Karben (jwn). Es gibt eine Vereinbarung zwischen der Waldkita und der Gemeinschaftsobstanlage Karben, die den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln regelt: Ist eine Behandlung der Bäume mit Chemikalien, vorgesehen, ist die Kita vorab zu informieren und auch in der Zeit, wenn die Kinder zwischen acht und neun Uhr morgens gebracht werden, ist das Spritzen tabu.

»Wir haben ein Vereinbarung mit der Kita getroffen und daran halten wir uns«, sagt Oliver Schmidt, Vorsitzender der Gemeinschaftsobstanlage Karben. Und auch die Kita-Leiterin lässt über die Pressestelle der Stadt mitteilen, dass möglicherweise nur ein Missverständnis vorliege, da nach ihrer Meinung und auch der der Eltern diese Vereinbarung in der Vergangenheit stets eingehalten worden sei.

Die Mutter sei an dem Morgen umgehend zu dem Traktorfahrer gerannt und forderte ihn auf mit dem Spritzen aufzuhören, da die Kinder in der Nähe unterwegs seien. Es soll zu einem Wortwechsel gekommen seien, der anschließend unterschiedlich interpretiert wurde. Der Traktorfahrer will die Mutter nicht verstanden haben. Die wiederum glaubt an kein Missverständnis, denn sie habe klar und deutlich auf die Vereinbarung zwischen dem Waldkindergarten und dem Gartenbauverein hingewiesen. Sie wandte sich daraufhin an die Presse.

Der Landwirt verwies darauf, dass er sich an die Absprachen gehalten habe. Er hätte auch die vereinbarten Abstände von mindestens vier Metern eingehalten. Nach den Richtlinien des Landes Hessen genüge ein Abstand von nur zwei Metern, weil die Gefährlichkeit der Pestizide für Menschen darüber hinaus kaum noch messbar ist, so die Auskunft des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen.

Weil der Traktorfahrer an dem Morgen das Behandeln der Obstbäume fortgesetzt habe, seien zunächst die Kinder in den Wald beordert und das Ordnungsamt informiert worden. Der Traktorfahrer habe umgehend Schmidt von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt. Es sei nach neun Uhr gewesen, das Mittel sei mild, die Abstände seien eingehalten worden. »Ich weiß, wie sensibel das Thema ist«, erklärt Schmidt gegenüber dieser Zeitung. Hier gehe es auch nicht um recht haben oder nicht recht haben, sondern hier gehe es um den Fortbestand des guten Verhältnisses zu der nahen Kindertagesstätte. »Schließlich feiern die auch oft bei uns auf dem Gelände«, sagt Schmidt. Das Geschehene sei ein unglücklicher Vorfall, der sich nicht wiederholen solle. Darin sind sich die Kita und die Gemeinschaftsobstanlage Karben einig.

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