"Zuerst hatte ich eine Art Kulturschock..."

Friedberg/Rosbach v.d.H. (ini). Seit 1998 engagieren sich die Friedbergerin Gerhild Baumann und ihr Ehemann Tanka Poudel in Poudels Heimat Nepal. In der Nähe der Stadt Pokhara betreiben die Krankenschwester und der Lehrer mit dem Verein Phoolbaari ein ambulantes Gesundheitszentrum und wollen jetzt ein Krankenhaus errichten.

Friedberg/Rosbach v.d.H. (ini). Seit 1998 engagieren sich die Friedbergerin Gerhild Baumann und ihr Ehemann Tanka Poudel in Poudels Heimat Nepal. In der Nähe der Stadt Pokhara betreiben die Krankenschwester und der Lehrer mit dem Verein Phoolbaari ein ambulantes Gesundheitszentrum und wollen jetzt ein Krankenhaus errichten. Im September wurde der Grundstein für das rund 110 000 Euro teure Hilfsprojekt gelegt. Jonas Fiedler aus Rosbach war zwei Monate lang als Praktikant in Nepal, lebte mit den Einheimischen zusammen und sammelte viele Erfahrungen.

"Zunächst hatte ich eine Art Kulturschock", berichtet der Zwanzigjährige. "Vor allem die Armut in den Städten und auch in den Bergen hat mich sehr berührt. Als deutscher Bürger kann man sich das gar nicht vorstellen. In Nepal gibt es nicht einmal eine Krankenversicherung. Schon kleine Verletzungen können dazu führen, dass Menschen an Infektionen sterben, da sie sich nicht in einem Krankenhaus behandeln lassen können."

Im Gebiet Tanahun ist das dank des Gesundheitszentrums, in dem sich die Menschen für wenig Geld behandeln lassen können, zum Glück heute nicht mehr so. Doch auch dort waren es hauptsächlich Menschen mit Infektionen und Hautveränderungen, die zu dem in China ausgebildeten Arzt und seinen Helfern zur Behandlung kamen.

In letzter Zeit treten aber auch gehäuft Typhus und Tuberkulose auf. Viele Krankheiten entstehen durch die schlechten Lebensbedingungen, in denen die Nepali leben, oder ihre Ausbreitung wird begünstigt.

Hautnah erlebte Fiedler die Arbeit im Gesundheitszentrum mit, fuhr mit im Rettungswagen, den der Verein vor einigen Jahren anschaffen konnte. Der einzige Rettungswagen weit und breit. Beeindruckt hat den Rosbacher besonders ein Einsatz in der Schule. Dort hatte sich eine Virusinfektion ausgebreitet. "Da ich vor dem Aufenthalt ein wenig Nepalesisch gelernt hatte, konnte ich mich ein wenig mit den Einheimischen unterhalten", so Fiedler. "Die Menschen in Nepal sind unglaublich nett." Und hätten bessere Lebensbedingungen wie sauberes Wasser und eine bessere medizinische Versorgung verdient.

Letztere soll mit dem Bau des Krankenhauses verwirklicht werden. Doch gibt es einen Wermutstropfen. "Die Preise sind stark gestiegen", berichtet Gerhild Baumann. Wurde das Grundstück dem Verein von den Dorfbewohnern kostenlos zur Verfügung gestellt und wird vieles in Eigenleistung erbracht, bleiben dennoch immense Kosten für den kleinen Verein. Doch bis Ende nächsten Jahres soll das Krankenhaus in Betrieb gehen. Davon sind Baumann und Poudel überzeugt. Informationen zum Hilfsprojekt sind im Internet unter zu finden.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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