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Vorbildlich fortschrittlich: Landrat Jan Weckler und Kornelia Schäfer mit den Vertretern der ausgezeichneten Unternehmen.

Wenn der Chef in Elternzeit geht

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Wetteraukreis(prw). Bei der Czotscher GmbH aus Hirzenhain erhält ein Handwerker trotz der engen Personalsituation ein halbes Jahr Elternzeit. In der Bad Nauheimer Jobagentur "SPEVER" sind fast ausschließlich Mütter beschäftigt. Alleinerziehenden wird hier auch mal ein Firmenwagen zur Verfügung gestellt. Und die Firma "NSCON Network Services" aus Altenstadt übernimmt bei allen Mitarbeitern die Kosten der Kinderbetreuung. Nur drei Beispiele für familienfreundliche Unternehmen, von denen nun mehrere von Landrat Jan Weckler ausgezeichnet wurden.

Bereits zum vierten Mal hatte der Wetter-aukreis und der Arbeitskreis Beruflicher Wiedereinstieg Unternehmen für ihre Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewürdigt. "Wir wollen mit der Auszeichnung für eine familienbewusste Ausrichtung in Unternehmen werben", sagte Kornelia Schäfer, Leiterin des Fachdienstes Frauen und Chancengleichheit. Dass man bereits 44 Betriebe habe auszeichnen können, zeige die wachsende Bedeutung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. "Wir möchten auch andere Unternehmen zur Nachahmung anregen."

Familienfreundlichkeit sei keine Frage von Größe oder der Branche von Unternehmen, sondern von Haltung und Unternehmenskultur, meinte Weckler. Er bezeichnete die ausgezeichneten Unternehmen als "Leuchttürme für Familienfreundlichkeit in der Wetterau". Sie leisteten einen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandort und würden zugleich ein gutes Arbeitsumfeld schaffen, um gute Fachkräfte in der heutigen Zeit zu halten und zu gewinnen. Von flexiblen Arbeitszeiten oder Jahresarbeitszeitkonten würden im Übrigen alle Beschäftigten profitieren. Dann seien zum Beispiel längere Reisen oder ein Ehrenamt leichter möglich.

Positivbeispiele vorgestellt

Moderatorin Nathalie Krahé interviewte die Unternehmen zu ihren Angeboten und Rahmenbedingungen, die Beschäftigten erlauben, Familie, Kinder, Pflege, Haushalt, Privatleben und den Beruf unter einen Hut zu bringen. Alle ausgezeichneten Betriebe bieten flexible Arbeitszeiten und Teilzeitarbeit. Die Volksbank Mittelhessen etwa habe gleich 126 Maßnahmen im Angebot. Mit Teilzeitangeboten auch in Führungspositionen und Home-Office-Regelungen hätten das Amt für Bodenmanagement aus Büdingen und die BLFP Architekten aus Friedberg bei der Jury gepunktet.

Bei der Brother International GmbH und dem Verein Lichtblick habe die Bewerbung zur Erkenntnis geführt, dass beide Unternehmen mehr familienfreundliche Angebote haben als angenommen. Beim Drucker-Hersteller aus Bad Vilbel würden Rückkehrer nach der Elternzeit mit flexiblen Einstiegsterminen und variablen Stundenzahlen unterstützt. Lichtblick in Bad Nauheim sei attraktiv für Wiedereinsteigerinnen, da viele Schulbegleiter in den Ferien frei haben.

Der Handwerksbetrieb "Holzfreude" aus Butzbach zeige, dass es auch im Handwerk gelinge, familienfreundliche Angebote zu machen - auch wenn dort Home-Office und flexible Arbeitszeiten kaum möglich seien.

Beim Niddaer Online-Handelshaus "Wagner eCommerce" war der Geschäftsführer selbst in Elternzeit gegangen; hier würden Mütter und Väter ermutigt. Die Werbeagentur "PUNKTUM" aus Bad Vilbel habe mit einer für Voll- oder Teilzeit ausgeschriebenen Stellen viele Bewerbungen von gut ausgebildeten Frauen erhalten.

Auch bei der "coveto ATS GmbH" stehe die Ausrichtung am individuellen Bedarf der Beschäftigten im Zentrum. Hier gebe es ganz unterschiedliche Wochenarbeitszeiten.

Mehr über familienfreundliche Unternehmen im Wetteraukreis und ihre differenzierten Angebote gibt es im Internet unter https://familienfreundliche.wetterau.de.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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