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Wein genießen und dabei die Kirche möblieren

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Friedberg(har). Seit vier Jahren lädt die evangelische Kirchengemeinde gegen Ende des Sommers zu einem kleinen, aber feinen Fest ein: "Jazz & Wein" nennt es sich, dabei werden die aktuellen "Burgkirchenweine" aus dem Weingut Schott aus Walhausen an der Nahe vorgestellt. Ob feinherber Riesling, Weißburgunder, ein Blanc de Noir oder der trockene Spätburgunder: Alle Weine fanden am Freitagabend ihre Liebhaber, die mit dem Weintrinken noch etwas Gutes tun, gehen doch von jeder verkauften Flasche zwei bis drei Euro an die Kirche, die den Erlös für Arbeiten in der Burgkirche verwendet.

Gleiches gilt für mediterrane Tapas wie Tomaten-Mozzarella- oder Melonen-Ziegenkäse-Spieße, Käse-Muffins mit Füllung oder Canapés mit Pesto, Tomaten und frisch gehobelten Parmesan. "Wir werden immer mehr," freute sich Pfarrerin Claudia Ginkel bei der Begrüßung. Da waren die aufgestellten Biertischgarnituren schon alle besetzt, es mussten zusätzliche Tische aufgestellt werden. Auch aus der Kirche wurden Stühle herbeigeholt. "Gleich schrauben sie die Kirchenbänke ab", witzelte eine Besucherin.

Der Rekordbesuch war auch Folge des herrlichen Spätsommerwetters. "Das gier ist ein wunderschöner Platz. Es macht Spaß unter den großen Kastanien zu sitzen", sagte Ginkel. Nachdem der Erlös des letztjährigen Fests für die Orgelrenovierung verwendet wurde, soll das Geld in diesem Jahr für den Kauf neuer Prinzipalen verwendet werden. Ginkel: "Prinzipalen sind die Möbel der Kirchen wie Altar, Taufbecken und Ambo (Lesepult)." Die Pfarrerin dankte den Aktiven des Förderkreises Burgkirche, ohne deren Engagement das Fest nicht möglich wäre.

Musikalischer Gast war erneut das Duo "smart-groove" aus Bad Nauheim mit Saxofonist Ron Faust und dem Pianisten Shanaka Perera. Seit mehr als zehn Jahren spielen die beiden zusammen und haben sich als Spezialisten für smart-chilligen Groove einen Namen gemacht. Ihr Repertoire reicht von Groove-Klassikern von Herbie Hancock bis zu aktuellen Jazz- und Dancefloor-Titeln in eigenen, wunderbaren Arrangements. Faust überzeugt als exzellenter Instrumentalist an gleich vier Saxofonen, vom Sopran bis zum Bariton, ebenso wie Perera am E-Piano. Zwischendurch überraschte Faust, der humorvoll durch den Abend führte und die nicht so bekannten Stücke vorstellte, mit einer Einlage auf einem "Didjeribone", einem dem Didgeridoo nachempfundenen Instrument.

Am Abend wurden Bäume und Burgkirche farbig illuminiert. Im dritten Set sang Lena Laubvogel zwei Songs. Die Friedbergerin war im letzten Jahr spontan dazu gestoßen, singt nun öfter mit dem mit. Für ihre gefühlvolle Interpretation von "Don’t know why" von Nora Jones sowie "Some People" gab es viel Beifall. "Was für ein toller Abend", schwärmte nicht nur Pfarrerin Ginkel.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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