Wegen Gleisbauarbeiten: Überfüllte Züge in Richtung Frankfurt

Wetteraukreis (hed). Die Gleisbauarbeiten, die die Deutsche Bahn in den nächsten sechs Wochen auf der Main-Weser-Bahn erledigt, haben bereits im ersten Berufsverkehr am Montagmorgen für entnervte Zuggäste gesorgt. Doch nicht nur die Baustelle, auch die Hitze dürfte den Reisenden in diesem Sommer wieder Einiges abverlangen.

Am Friedberger Bahnhof mussten mehrere Pendler, die in den Regionalzug der Hessischen Landesbahn (HLB) in Richtung Frankfurt einsteigen wollten, wegen Überfüllung draußen bleiben, berichtete WZ-Leser Carsten Paura aus Wölfersheim. "Der Zug kam fünf Minuten zu spät und bestand nur aus einem Zugteil. Dieser war jedoch total überfüllt, dass knapp die Hälfte der Reisenden in Friedberg nicht mehr mitfahren konnte," schildert der Banker.

HLB-Pressesprecherin Susanne von Weyhe bestätigte gegenüber der WZ, dass man am Montagmorgen einen zu kurzen Zug eingesetzt hatte. "Da ist leider etwas in unserem Haus schief gegangen", räumte von Weyhe ein. Sie bat die Fahrgäste um Entschuldigung und gelobte Besserung.

Für viele Pendler war das Warten aber das kleinere Problem: Denn der nächste Zug Richtung Frankfurt, ein Regionalexpress, sei nach dem Halt in Bad Vilbel extrem voll gewesen, schreibt WZ-Leser Paura. "Aufgrund der Hitze und der wenig bis gar nicht funktionierenden Klimaanlage war die Luft so schlecht, dass einige Reisende Kreislaufprobleme bekamen und kollabierten. Da lief das Wasser schon die Scheiben runter", berichtete der Wölfersheimer. "Viele mussten sich nach dem Aussteigen in Frankfurt erst mal hinsetzen und tief Luft holen. Ein 30 bis 40 Jahre alter Mann ist direkt hinter mir umgekippt. Er wurde dann von anderen Fahrgästen betreut."

Bei der Bahn und beim RMV ist über diesen Vorfall jedoch nichts bekannt. "Uns liegt hierzu keine Meldung vor," sagte RMV-Sprecherin Petra Eckweiler nach Rückfrage bei der Deutschen Bahn. Wäre ein Fahrgast im Zug kollabiert, hätte der Zugführer die entsprechenden Stellen benachrichtigt, und auch ein Notarzt wäre verständigt worden, sagte sie.

Derzeit würden zwar weniger Züge fahren, man habe aber auch weniger Fahrgäste. Sollte es beim Baustellenfahrplan zu größeren Problemen kommen - auch bei den Partnern wie der HLB -, werde man reagieren. Eckweiler: "Wir beobachten das." Generell habe es im vergangenen heißen Sommer bei den Regionalzügen "wenig bis gar keine Probleme" mit ausgefallenen Klimaanlagen gegeben, weshalb man keine besonderen Vorkehrungen getroffen habe, sagte Eckweiler.

Über nicht funktionierende Klimaanlagen gebe es auch bei der HLB kaum Beschwerden, sagte von Weyhe. Im Gegenteil: "Die Leute beschweren sich eher, weil es ihnen zu kalt ist." Aus technischen Grünen könne man die Klimaanlage teilweise nicht weiter drosseln. Roland Schmidt aus Hirzenhain berichtete der WZ, dass kürzlich die Klimaanlage eines HLB-Zuges Richtung Nidda ebenfalls nicht gekühlt habe: Dafür aber sei die Heizung an gewesen.

Sechs Wochen lang Baustelle auf der Main-Weser-Bahn

Quelle: Wetterauer Zeitung

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