»Die Ära Walter im Wetteraukreis ist beendet«

Wetteraukreis (jw). In der Presse wird bereits über einen Verzicht der hessischen SPD-Vorsitzenden Andrea Ypsilanti auf die Spitzenkandidatur bei der Neuwahl des Landtags spekuliert; bei der Sitzung des Unterbezirksvorstands der Wetterauer SPD am Donnerstagsabend war dies allerdings kein Thema. Stattdessen wurde über eine andere, nicht weniger gewichtige Personalie gesprochen. »Die Ära Jürgen Walter in der Wetterau ist beendet«, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Herbert Unger gegenüber der WZ. Aufgrund seiner Weigerung, Ypsilanti zur Ministerpräsidentin zu wählen, fordert die Wetterauer SPD den Landtagsabgeordneten auf, sein Mandat zurückzugeben. Außerdem wird Walter nahegelegt, aus der Partei auszutreten.

Wetteraukreis (jw). In der Presse wird bereits über einen Verzicht der hessischen SPD-Vorsitzenden Andrea Ypsilanti auf die Spitzenkandidatur bei der Neuwahl des Landtags spekuliert; bei der Sitzung des Unterbezirksvorstands der Wetterauer SPD am Donnerstagsabend war dies allerdings kein Thema. Stattdessen wurde über eine andere, nicht weniger gewichtige Personalie gesprochen. »Die Ära Jürgen Walter in der Wetterau ist beendet«, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Herbert Unger gestern gegenüber der WZ. Aufgrund seiner Weigerung, Ypsilanti zur Ministerpräsidentin zu wählen, fordert die Wetterauer SPD den aus dem südhessischen Jugenheim stammenden und in Friedberg gemeldeten Landtagsabgeordneten auf, sein Mandat zurückzugeben. Außerdem wird Walter nahegelegt, aus der Partei auszutreten.

»Der Vorstand verurteilt die Art und Weise sowie den Zeitpunkt seiner Entscheidung«, sagt Unger. Da Walter für die heimische SPD derzeit nicht erreichbar ist, hat der UB-Vorstand ihm einen Brief geschrieben, sagte ein Vorstandsmitglied gestern Nachmittag, kurz bevor er zu einer »weiteren Krisensitzung« nach Frankfurt enteilte.

Sein Mandat in der Friedberger Stadtverordnetenversammlung hat Walter bereits am Montag zurückgegeben, noch bevor er zusammen mit den drei SPD-Landtagsabgeordneten Carmen Everts, Dagmar Metzger und Silke Tesch auf einer Pressekonferenz in Wiesbaden verkündete, man werde Ypsilanti nicht zur Ministerpräsidentin wählen. Nun droht ihm ein Parteiausschlussverfahren. In der SPD-Geschäftsstelle in Friedberg, aber auch anderswo sind mehrere entsprechende Anträge eingegangen. Diese werden vom UB-Vorstand begrüßt, einen eigenen Antrag auf Ausschluss wird der Vorstand aber nicht stellen. Da Walter in Friedberg gemeldet ist, laufen alle Verfahren ohnehin über die Schiedskommission der Wetterauer SPD.

»Ungemach begann in Rotenburg«

Über die Ursachen der Misere gab es im SPD-Vorstand unterschiedliche Ansichten. »Ich habe eine Minderheit vertreten, die der Ansicht ist, dass das Ungemach bereits bei der Wahl des Spitzenkandidaten in Rotenburg begann«, sagt Unger. Dort hatte Ypsilanti im Dezember 2006 nur eine Stimme mehr als Walter, obgleich dieser bei den vorausgegangenen Rededuellen in den 26 SPD-Unterbezirken die Nase vorn hatte.

Wenn nun darauf hingewiesen werde, dass die vier »abtrünnigen« Landtagskandidaten den Parteitagsbeschluss zur Koalition missachteten, so müsse auch gesagt werden, dass in Rotenburg die Basis missachtet worden sei, meint Unger: »Es gab eine riesengroße Mehrheit in der Partei, die bis zum Schluss nicht so eingebunden wurde, wie man dies hätte tun sollen.«

»Wir haben zwei Stunden getagt, die Stimmung war friedlich, aber bedrückt«, sagte SPD-Pressesprecher Justin Küblbeck. »Ansonsten schauen wir positiv in die Zukunft.«

Wen die SPD in der südlichen Wetterau als Landtagskandidaten aufstellt, steht noch nicht fest. Ersatzkandidat Udo Landgrebe rückt selbst bei einem Mandatsverzicht von Walter nicht nach, da dieser über die Landesliste in den Landtag einzog.

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