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Beim Wetterauer Tanzclub gibt’s leckere Dipps mit Kräutern vom Hochbeet.

Urban Gardening: Kleine Karotten, aber große Freude

Friedberg (har). Vier Monate wurde im Burggarten fleißig gegärtnert, jedoch nicht nur von den professionellen Gärtnern, die die Grünanlagen instand halten. Zwölf Einzelpersonen, Familien und Vereine pflegten auf Initiative der Stadt jeweils ein Hochbeet am Hauptweg.

"Friedberg zum Anbeißen" heißt die Aktion, angestoßen von der Kultur-Region Frankfurt/Rhein-Main. "Das hat Spaß gemacht", sagt Simona Pachl, eine der zwölf Pflanzpaten, die zum Auftakt des Erntefests am Samstag den Besuchern Köstlichkeiten aus Kräutern, Gemüse und Obst kredenzten, die auf den Beeten gezogen wurden.

Pachl hatte aus ihren Kräutern Tausendgüldenkraut-Plätzchen und Elexiere nach Rezepturen der Hildegard von Bingen hergestellt. Die Plätzchen seien "Medizin zum Reinigen des Blutes". In der Tat: Sie schmeckten schlimmer wie Hustensaft. Nur gut, dass die Aktionsgemeinschaft "Friedberg hat’s" Konfitüre aus geernteten Äpfeln und Erdbeeren anbot. Um bitteren Geschmack zu kompensieren, empfahlen sich auch Häppchen mit Schnittlauch-Creme oder Salbeibutter des Tanzclubs Friedberg. Ortsvorsteherin Evelyn Weiß verwöhnte die Gaumen mit Frischkäse-Roquefort-Dip, während Lothar Glinka-Rack eine formidable Kürbissuppe servierte.

"Bei unserem Beet haben viele Eltern geholfen", sagte Ida Paul-Loers, Leiterin der evangelischen Kita in der Wintersteinstraße. Hier gab es auch frisch vom Beet geerntete Karotten. "Wir haben die kleinsten Karotten Friedbergs", verkündete Burgbewohner Ulrich Rentschler, dessen Tochter Frederike (6) das Mini-Gemüse verteilte. Zusammen mit den beiden Nachbarjungs Yannik (7) und Cedric (5) sowie der fünfjährigen Mia stürmte sie auf die Bühne, wo Koch Max Hackauff Pesto, Gemüsechips und eine Gemüsebolognese herstellte. Dafür wurde eine große gelbe Zucchini verwendete, die kurz zuvor noch am Beet der psychosozialen Tagesstätte des Diakonischen Werks bestaunt wurde. Die Besucher konnten sich mit Gemüsesuppe im Brotteig stärken. Mediterrane und hessische Spezialitäten bot das "Delikatus" an.

Neuauflage in 2016 geplant

Mit dem Fest endete das "Urban Gardening" zwar offiziell, doch bleiben die Hochbeete noch einige Zeit stehen, bis alles abgeerntet ist. Dann werden sie vom Bauhof eingelagert. "Wir sind sehr froh, dass die Aktion so toll angenommen wurde", sagte Christine Böhmerl, Leiterin des städtischen Kulturamtes. "Allen Unkenrufen zum Trotz" hab es keine Verwüstungen und nur wenige Diebstähle gegeben. Stadtarchivar Lutz Schneider, der für die Aktion verantwortlich zeichnete, dankte allen Beteiligten und Ideengeberin Jutta Himmighofen. Im nächsten Jahr soll es eine Neuauflage der Aktion geben. Ein Großteil der Paten will wieder mitmachen.

Wer im nächsten Jahr dabei sein will, der sollte sich mit Christine Böhmerl, E-Mail christine.boehmerl@friedberg-hessen.de, Telefon 06031/88-278, in Verbindung setzen

Quelle: Wetterauer Zeitung

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