Wie Shakira – nur mit Handicap

Friedberg (msn).Bei Bauchtanz denkt man an Filme wie "Aladdin und die Wunderlampe", an schöne, bunte Kostüme und an Shakira. Miriam Burow bringt den Orientalischen Tanz nun auch in die Wetterau. Im Friedberger Stadtteil Fauerbach trainiert sie im Haus der Lebenshilfe mit behinderten und nicht behinderten Menschen.

Den Beckenboden anspannen, dann den Bauch und den Rücken nicht vergessen. Den Oberkörper darf man nicht bewegen, die Arme werden gerade nach vorne ausgestreckt, die Knie sind leicht gebeugt, nur die Hüfte darf sich bewegen. Entweder immer von rechts nach links und wieder zurück oder auch mal von vorne nach hinten. Während sich die Bauchtänzerin auf diese Bewegung konzentriert, darf sie nicht die Körperspannung vergessen.

Es ist sehr kompliziert und auch anstrengend, dennoch macht es Spaß. Das finden auch die Teilnehmer des inklusiven Bauchtanzkurses im Haus "Unterstütztes Wohnen" der Lebenshilfe Wetterau. Seit rund einem Jahr treffen sich die angehenden Bauchtänzer – mit und ohne Handicap – monatlich, um die Hüften zu schwingen. Miriam Burow leitet die Gruppe an. Die Lehrerin für Orientalischen Tanz zeigt Bettina Schultheiß, Stefanie Gieber, Alexandra Olef, Jenny Olef, Meikel Hoffner, Denise Hoffner und Leona Klehm immer wieder neue Übungen. "Der Kurs ist aber so konzipiert, dass jeder neu einsteigen kann, wann er will", erklärt Burow. Sie ist geübt darin, Gruppen zu leiten, hat sie doch ein eigenes Studio. Außerdem ist die 38-Jährige Fachkrankenschwester für Psychiatrie und Soziotherapie.

Birgit Ahrens ist Mitorganisatorin des Kurses. Sie ist schon seit 22 Jahren bei der Lebenshilfe und seitdem ehrenamtlich an Projekten beteiligt. Die Idee für den Bauchtanzkurs entstand in einem Gespräch der beiden Frauen. Burow war mit einem Bauchtanz-Ensemble bei der Disco der Lebenshilfe aufgetreten. "Da haben wir uns gefragt: Warum nicht auch einen inklusiven Kurs anbieten?", erinnert sie sich.

Die beiden machen den Kurs auch nach einem Jahr noch mit Begeisterung. Die Teilnehmer, die zwischen 19 und 50 Jahre alt sind, haben nicht nur Spaß daran, sondern sie tun auch etwas für ihre Gesundheit. Bauchtanz stärkt die Rücken- und Bauchmuskulatur und macht beweglich. "Es ist unglaublich, welche Fortschritte manche in diesem Jahr gemacht haben", sagt Burow und lächelt.

Sie beginnt mit leichten Aufwärmübungen: Alle laufen auf der Stelle, lassen die Arme kreisen, bringen den Kreislauf in Schwung. Dann folgen einzelne Bauchtanzbewegungen. Eineinhalb Stunden lang tanzt die Gruppe zu orientalischer Musik, die an die Märchen aus 1001 Nacht denken lässt. Es wird viel gelacht, während Burow durch die Reihen geht, mal hier einen Schritt korrigiert und da zeigt, wie man die Hüfte eleganter kreisen lassen kann.

Es muss nicht alles klappen

Aber selbst, wenn etwas nicht so recht klappen will – darauf kommt es nicht an. "Wir können einfach etwas zusammen machen", sagt Alexandra Olef, und ihre Schwester Jenny nickt. "So eine Bewegung macht auch Shakira immer", ruft Meikel begeistert. Er ist ein glühender Fan der kolumbianischen Sängerin.

Auch in den Verschnaufpausen zeichnet sich die Gruppe durch das lockere und vertraute Miteinander aus. Alexandra und Meikel tanzen vergnügt zusammen und Jenny erzählt von ihren anderen Hobbys. Sie und ihre Schwester lieben das Reiten. Und alle schwärmen von Miriam und ihren Tanzkünsten. Doch die lässt sie nicht ewig zusammensitzen und reden. Es geht weiter mit Beckenboden anspannen und Hüften kreisen. Eine neue Übung kommt hinzu. Wieder muss der Oberkörper gerade sein, müssen die Arme nach vorne ausgestreckt, die Knie gebeugt werden. Nun soll die Hüfte nach oben und wieder nach unten wippen, die Knie dürfen auch bewegt werden. Immer im Wechsel strecken und beugen. Die Gruppe hält durch, sie ist schließlich geübt. Also wieder an alles denken: Beckenboden, Bauch, Rücken, Knie und Hüfte schwingen.

Neue Teilnehmer willkommen

Wer im Kurs mitmachen möchte, kann sich bei Miriam Burow (Tel. 06003/826696 oder E-Mail an Miriam@TanzenderBauch.de oder Birgit Ahrens (Tel. 06034/5732, E-Mail an birgit-ahrens@t-online.de) melden. Der Kurs findet einmal im Monat an einem Samstag von 10.30 bis 12 Uhr im Haus "Unterstütztes Wohnen" der Lebenshilfe Wetterau in Friedberg-Fauerbach statt. Jeder neue Teilnehmer ist willkommen.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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