Die THM hat drei E-Lastenräder für Hochschulsport und Facility Management angeschafft, die Ralf Gottwals (l.), Ulrich Kerksieck (M.) und Johannes Struck in Friedberg in Empfang genommen haben. FOTO: THM
+
Die THM hat drei E-Lastenräder für Hochschulsport und Facility Management angeschafft, die Ralf Gottwals (l.), Ulrich Kerksieck (M.) und Johannes Struck in Friedberg in Empfang genommen haben. FOTO: THM

Sechs Reifen für Umwelt, Schnelligkeit, Gesundheit

  • vonRedaktion
    schließen

Friedberg/Gießen(pm). Die erste Bewährungsprobe haben die neuen Fahrräder in THM-Grün schon hinter sich: Bei regnerischem Herbstwetter und einsetzender Dunkelheit sind zwei von drei E-Lastenbikes von Friedberg nach Gießen überführt worden. "Das lief alles super", sagt Eric Greß vom Facility Management der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Kalt war es - aber eine spannende, neue Erfahrung mit der Erkenntnis: "So ein elektronisches Lastenrad fährt sich nach den ersten paar Metern fast wie ein normales Rad."

Die Hochschule begreift die Räder als Pilotprojekt. "Wir hoffen, dass sie bei unseren Handwerkern gut ankommen", sagt Johannes Struck, ebenfalls vom Facility Management. Denn die Handwerker wie die Hausmeister der THM legen täglich mehrfach Kurzdistanzen von Campus zu Campus, von Gebäude zu Gebäude zurück. Gerade in Gießen stehen sie auch mal im Stau. Selten sind sie dabei so bepackt, dass ein Auto nötig wäre. Mit den Lastenrädern soll es schneller, günstiger, umweltfreundlicher und auch gesünder gehen.

Rund 40 Kilo wiegt jedes Rad, 160 Kilo dürfen zugeladen werden - inklusive Fahrer. Dem hilft ein Vorderradnabenmotor mit 250 Watt. Der Akku reicht, je nach stufenlos hinzu geschalteter Unterstützung, für bis zu 50 Kilometer Trittkraftverstärkung. 13 100 Euro hat die THM für die drei Räder ausgegeben, 9000 Euro bekommt sie über das Programm des hessischen Finanzministeriums für eine CO2-neutrale Landesverwaltung zurück. "Wir sind froh über die Unterstützung der Landesregierung in diesem Bereich und werden diesen Ansatz an der THM ausbauen", sagt Prof. Dirk Metzger, Vizepräsident für Bau und Facility Management.

Auch für Sport, Umzug, Ausflug

Er will die E-Lastenbikes auch als Signal verstanden wissen, dass es zur Auto-Nutzung Alternativen geben kann. Wertvoll sei jeder Schritt hin zu einem schmaleren CO2-Fußabdruck der THM - und sei es ein kleiner. "In Zukunft werden wir für umfangreichere Transporte und größere Entfernungen - etwa zwischen Gießen, Friedberg und Wetzlar - vermehrt auf Alternativen wie Elektromobilität setzen", kündigt Metzger an.

Die Räder mit Stahlrahmen und großer Transportfläche, für die sich die THM-Handwerker nach Bedarf eigene Boxen zimmern wollen, hätten eigentlich vom Hersteller in Tübingen auf einer Jungfernfahrt nach Gießen und Friedberg geradelt werden sollen - etwa 300 Kilometer. Die steigenden Corona-Zahlen machten das unmöglich. So wurden die Bikes nach Friedberg geliefert und dort von Werkstattmeister Ralf Gottwals in Empfang genommen. Die für Gießen bestimmten Lastenräder überführten dann Greß, Struck und Ulrich Kerksieck vom Hochschulsport.

Denn für den Sport ist das dritte Rad bestimmt. "Wir wollen es vor allem für den Transport von Material für die bewegte Mittagspause einsetzen", sagt Kerksieck. Und Dagmar Hofmann, Leiterin des Hochschulsports, ergänzt mit Blick auf Gießen: "Es ermöglicht Angebote im Herzen der Wieseck-Aue, die für Autos nicht erreichbar sind." Und diese Möglichkeit dürfte - nach Corona - intensiver genutzt werden, als zuvor, weil die THM im Rahmen des Projektes "Bewegt studieren - Studieren bewegt" künftig auch Mittagspausen-Sport für Studierende anbieten möchte.

Ebenso ließe sich das Bike als Werbefläche etwa für das Stadtradeln oder den Fahrrad-Aktionstag nutzen, sagt Hofmann. Das Rad soll zudem Mitarbeitern und Studierenden direkt zugutekommen. Bis zum Sommersemester will ihre Abteilung ein Leih-Modell entwickeln. Egal ob für einen Ausflug am Wochenende oder einen kleinen Umzug: Das E-Lastenrad soll der Hochschul-Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Und dem Nachwuchs: Das Bike hat in seiner Wanne zwei Sitze mit Sicherheitsgurt, damit auch die Jüngsten mitradeln können.

Quelle: Wetterauer Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare