Jens Eisenkrämer trainiert für Adolfsturm-Erstbesteigung

Friedberg (pwz). Strahlender Sonnenschein und keine Wolke am Himmel. So hat am vergangenen Donnerstag der Drehtag für das Team rund um Jens Eisenkrämer begonnen. Der 31-jährige Klettertrainer plant die Erstbesteigung des Adolfsturms.

Während Christoph Strunck, Regisseur und Freund des Kletterers, mit seinen Kollegen von Kamera und Ton unten in der Burg Passanten interviewt, wird Eisenkrämer oben auf dem Turm langsam ungeduldig. Nervös ist er nicht, er freut sich darauf, klettern zu können. Bis der Regisseur das Startsignal gibt, vergehen noch etliche Minuten. Eisenkrämer scherzt: "Ich müsste eigentlich mal ausprobieren, ob mir jemand eine Pizza hier hoch liefern würde." Doch dann greift er zu seiner Brezel und genießt noch eine Weile den Ausblick - auch auf sein Elternhaus, von dem aus er bereits als Kind davon träumte, eines Tages den Adolfsturm zu besteigen.

Nun möchte er nicht mehr warten und beschließt kurzerhand, sich schon mal vom Turm abzuseilen und ein Stück zu klettern. "Ich muss mich ja auch warmmachen", begründet der Kletterer mit einem Augenzwinkern. Es dauert nicht lange, bis er seine Ausrüstung angelegt und die Seile überprüft hat. Schon steigt der 31-Jährige über den Mauerrand und blickt in 36 Meter Tiefe. Völlig entspannt und gut gelaunt macht er sich auf den Weg nach unten, um kurz darauf den Turm wieder zu erklimmen. Das wird er noch einige Male an diesem Tag tun. Denn es wird für den Dokumentarfilm gedreht, der den Arbeitstitel "Meine innere Stimme" trägt.

Das bedeutet, dass Eisenkrämer den selben Abschnitt mehrmals hinaufklettern muss, solange bis Strunck mit den Aufnahmen zufrieden ist. Auch wenn das Klettern seine Leidenschaft ist, ist es anstrengend für den Klettertrainer: "Das ist kein Spaziergang, sondern verdammt harte Arbeit."

Die körperlichen Voraussetzungen habe er außerdem auch noch nicht ganz. Um seine Arme zu entspannen, muss er Pausen an den Fenstern des Turms einlegen. Obwohl sich das Team seit März vorbereitet, hat Eisenkrämer es bisher nicht geschafft, den Turm zu durchsteigen, also von unten bis oben ohne Unterbrechung durchzuklettern. Allein für die schwierigste Stelle benötigte er rund 40 Anläufe. Bis zum 14. August hat er noch Zeit zu trainieren. Denn dann soll der Höhepunkt des Films - die Erstbesteigung des Adolfsturms - gefilmt werden. Er hat nur einen Versuch. Aber Eisenkrämer setzt sich nicht unter Druck: "Wenn man's nicht versucht, weiß man nie, wie es ausgeht." Der Film, wird voraussichtlich im Juni 2012 in Friedberg seine Premiere feiern.

Einen großen Dank spricht das Team der Stadt Friedberg sowie der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen aus. "Ohne die wäre das hier nicht möglich gewesen" sagt Strunck. Ebenso freuen sie sich über die Unterstützung von Bürgermeister Michael Keller, der das Vorhaben von Anfang an unterstützt und die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hat.

Obwohl die Sparkasse Oberhessen und das Burggymnasium als Sponsoringpartner zugesagt haben, benötigen der Kletterer und sein Team weitere Unterstützung. Sie haben große Pläne für den 14. August. Es soll ein Event für die ganze Familie entstehen. Neben Kletterwänden soll es auch eine Hüpfburg und Spiele geben. Besonders am Herzen liegt Jens Eisenkrämer ein Infostand für Therapieklettern, für das er sich ehrenamtlich engagiert. Als Highlight soll das Abseilen vom Adolfsturm, unter Betreuung von Industriekletteren, angeboten werden. Die Erlöse der Benefiz-Veranstaltung "In der Burg - für die Burg" kommen der Erhaltung und Sanierung des Turms zugute.

Zur Realisierung werden noch Sponsoren benötigt. Gewerbliche sowie private Interessenten können sich melden bei: Hana-Lisa Rau, Tel.: 0163-2410028, -E-Mail: h.rau@sinnesgut.de

Der Adolfsturm hat seine Wetterfahne wieder Kletterer am Adolfsturm: Training für Erstbesteigung

Quelle: Wetterauer Zeitung

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