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Infos zu neuen Anlagen erwünscht

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Von: Jürgen W. Niehoff

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70 Interessierte sind aus Friedberg, Rosbach und Wöllstadt mit ihren Fahrrädern gekommen, um sich über die geplanten Windkraftanlagen zu informieren. FOTOS: JWN © Jürgen W. Niehoff

Friedberg/Wöllstadt (jwn). Die Windräder in Bruchenbrücken sollen demnächst Zuwachs erhalten. Grund genug für das »Bündnis Windpark Winterstein«, sich einmal genauer über die Planung zu informieren. So starteten am vergangenen Sonntag von mehreren Standorten aus kleine und größere Gruppen in Richtung Bruchenbrücken zu den drei dort stehenden Windrädern.

Rund 70 Interessierte, unter ihnen auch Friedbergs Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) und Mitglieder des Stadtparlaments, waren der Einladung des Bündnisses gefolgt. Schließlich wollten an diesem Tage Mitarbeiter des Betreibers EnBW (Energie Baden-Württenberg AG) über die bereits vorhandenen und die zwei neu geplanten Anlagen Auskunft geben.

Das war auch das Ziel des Aktionsbündnisses Windpark Winterstein, das im September 2020 gegründet wurde und in dem sich inzwischen 29 Organisationen zusammengeschlossen haben, um für einen Windpark im Windvorranggebiet 7805 auf dem Winterstein einzutreten. Mit den Windenergie-Exkursionen sollen so Vorurteile gegen die Windenergie abgebaut und gleichzeitig den Bürgern Gelegenheit gegeben werden, sich frühzeitig in den Planungsprozess einzubinden.

Und genau das ist der wunde Punkt bei den Erweiterungsplänen zwischen Bruchenbrücken und Ober-Wöllstadt: Die Anwohner fühlen sich übergangen. »Das letzte Mal, dass wir als direkte Nachbarn der Windräder etwas über die Erweiterung erfahren haben, war bei der Bürgerversammlung vor mehr als zwei Jahren. Dass die Planung für die neuen Anlagen jetzt schon so weit fortgeschritten ist, verwundert uns aber doch stark«, stellte der Landwirt aus den nahe gelegenen Aussiedlerhöfen, Ulrich Lebeau, überrascht fest, nachdem Maximilian Gundl (EnBW) Einblick in die beabsichtigte Erweiterung der Anlage um zwei weitere Windräder gegeben hatte.

Deutlich höher als bisherige Räder

Die sollen östlich der bestehenden Windräder errichtet werden, allerdings mit 235 und 250 Meter deutlich höher ausfallen. Die bestehenden Windräder sind um die 140 Meter hoch, haben aber auch eine deutlich geringere Leistung, nämlich nur zwei Megawatt, im Vergleich zu den neuen mit 4,5 Megawatt. Insgesamt können die fünf Windräder nach Fertigstellung einen Großteil der Friedberger Haushalte das ganze Jahr über mit Strom versorgen.

»Aber wir wurden im Vorfeld doch gar nicht gefragt. Wie weit ist die Planung denn nun wirklich schon fortgeschritten?«, wollte Georg Friedewald, ein weiterer Anwohner der Aussiedlerhöfe, wissen. Die Gespräche mit den Grundstückeigentümern seien abgeschlossen, so Gundl. Trotzdem stehe die endgültige Genehmigung noch aus. Ursache dafür sei der bisher nötige Radius um das Funkfeuer für den Frankfurter Flughafen. Das sei erst vor Kurzem umgerüstet worden.

Auch Antkowiak nahm schließlich Stellung zum Ausbau der Windräder in Bruchenbücken. Anfangs seien die sehr umstritten gewesen, vor allem in der Nachbargemeinde Wöllstadt. Doch nach ihrer Errichtung 2011 sei dann weitgehend Ruhe eingetreten. Vonseiten Friedbergs gebe es für die Erweiterung auf politischer Ebene jedenfalls keinerlei Einwände.

Auch auf die geplanten Windräder auf dem Winterstein ging Antkowiak kurz ein. Hierzu gebe es eine Absichtserklärung mit den drei übrigen Kommunen, Hessen Forst und dem Bundes-Forst, wonach die Anlagen einvernehmlich erstellt werden sollen. Am weitesten fortgeschritten sei allerdings Hessen Forst. Der Landesbetrieb habe schon eine Ausschreibung für die Verpachtung seines Geländes durchgeführt.

Wie viele Windräder am Ende aber auf dem Winterstein stehen werden, sei bisher noch nicht geklärt, sagte Antkowiak. Obwohl an diesem Nachmittag der größte Teil der Anwesenden unter den sich drehenden Flügeln Befürworter der Windenergie waren, ergab die anschließende Fragerunde doch ein eindeutiges Ergebnis: Es muss umfassender und schneller informiert werden. Und auch die Bürger müssten in die Planung besser einbezogen werden, beispielsweise mit einer weiteren Bürgerversammlung. Beide, EnBW wie auch die Stadt Friedberg, sagten das zu.

Abschließend gab es noch Gelegenheit, einen der drei Windradtürme von innen zu betrachten.

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Bürgermeister Dirk Antkowiak (links) erläuterte die Position der Stadt zu den Windrädern; rechts der Veranstalter Hans-Dieter Wagner vom Bündnis Querstellen. © Jürgen W. Niehoff

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