Housing Area: Wobau vor Kaufabschluss

Friedberg (jw). Der Süden von Friedberg wird bald ein neues Gesicht erhalten. Bis das Kasernengelände einer dauerhaften zivilen Nutzung zugeführt wird, dürfte zwar noch eine Zeit vergehen. Für die vorgelagerte Housing Area aber ist diese Zeit absehbar.

Wie Bürgermeister Michael Keller (SPD), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnungsbau GmbH (Wobau), am Donnerstag im Stadtparlament bekannt gab, hat sich die Wobau mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) über einen Preis für den Kauf der Housing Area geeinigt. Geplant sind sowohl Studentenwohnungen und größere Wohungen in den Wohnblocks als auch Baugrundstücke.

Ein kleiner Teil der Housing Area ist bereits verkauft: Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) plant dort eine Erweiterung, außerdem will die Stadt eine Kindertagesstätte errichten. Die restliche Fläche wurde von der BIMA zum Verkauf ausgeschrieben, die Wobau hat ein Angebot abgegeben, und das, sagte Keller, habe die BIMA auch akzeptiert. Zahlen nannte der Rathauschef nicht. Nur soviel: Damit die Wobau das Projekt stemmen kann, benötigt die städtische Tochtergesellschaft von der "Mutter" eine Bürgschaft. Die wird bei rund 1,4 Millionen Euro liegen, spätestens in der Dezembersitzung des Stadtparlaments soll ein entsprechender Antrag vorgelegt werden.

Wie Keller gegenüber der WZ sagte, sollen einige der derzeit leer stehenden Wohnblöcke erhalten und unter anderem zu Studentenwohnungen umgebaut werden. "Es gibt eine große Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum. Den wollen wir anbieten." Einige der Wohnblocks sollen auch abgerissen werden. Dort sind Grundstücke für Ein- und Mehrfamilienhäuser vorgesehen, erläuterte Keller. Außerdem werde die Stadt vorsorglich Reserveflächen für die THM bereithalten. "Die Entwicklung der Technischen Hochschule ist sehr spannend, die Stadt muss sich darauf vorbereiten."

"Wobau muss Entwicklung lenken"

Auch seien weitere Interessenten an die Stadt herangetreten, die sich in dem Gebiet engagieren wollten. Kleinere Wohnungsbaugesellschaften etwa oder Initiativen, die ein Mehrgenerationenhaus planen. "Die Wobau muss nicht alles alleine machen, aber sie muss die Entwicklung lenken." Keller sieht in dem Areal eine große Chance für die Stadtentwicklung. Dies gilt beispielsweise für die Energiefrage. Bislang, so der Bürgermeister, sei das Gebiet "Ödland" in Sachen Energieversorgung, da die Wohnhäuser zuvor über die Kaserne versorgt wurden.

Nun ergebe sich die Möglichkeit, über die Stadtwerke auch neue Energiekonzepte auszuprobieren, die es in Friedberg bislang nicht gebe.

Wie Keller sagte soll das Geschäft zwischen Wobau und BIMA bis Ende des Jahres abgewickelt sein. Andere Investoren gibt es offenbar nicht.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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